Bewerbung um die Landesgartenschau

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Ende 2017 bewarb sich die Stadt Schramberg um eine Landesgartenschau für den Zeitraum 2026 bis 2030, wobei sie jedoch nicht zum Zuge kam. Im Rahmen der Bewerbung wurde unter intensivem Einbezug der Schramberger Bürger eine Machbarkeitsstudie angefertigt, deren Ergebnisse nun im Rahmenplan Stadtumbau 2030+ aufgehen sollen.

Die Machbarkeitsstudie

Die Machbarkeitsstudie (pdf-Datei hier), welche maßgeblich von Rudolf Mager (Fachbereichsleiter Umwelt und Technik) vorangetrieben wurde, gibt sowohl einen Überblick über den Status quo als auch über Ideen für die Gestaltung neuer Flächen, die Umsetzung von Ausstellungen, sowie begleitende städtebauliche Projekte und innovative Verkehrskonzepte. Sie ist im Folgenden lediglich grob umrissen.

Einblicke und Ausblicke

An dieser Stelle werden in der Studie die Ist-Zustände der Stadt dargelegt und Lösungsansätzen gegenüber gestellt, die ich auch im Weiteren Verlauf der Studie noch einmal aufgegriffen werden. Unter anderem wird die Verkehrsproblematik dargelegt, welche mit der Topographie und der Verteilung der Bürger Schrambergs auf die 6 Stadtteile in unterschiedlichen Höhenlagen zusammenhängt. Neben der Nutzung von E-Bussen, E-CarSharing- und Pedelec-Konzepten wird an dieser Stelle auch die Einrichtung einer Seilbahn von der Talstadt auf den Sulgen in Erwägung gezogen.

Skizze einer möglichen Seilbahntrasse von der Talstadt auf den Sulgen.

Projekte und Flächen

Die Flächenkonzeption der Studie richtet sich an den beiden Begriffen Blaues Band und Grünes Band aus. Das Blaue Band ist die Schiltach, welche an einigen Stellen revitalisiert und mit Freiflächen am Ufer versehen werden soll. Das Grüne Band soll sich über den Park der Zeiten über einen Terassenpark entlang des Steighäusles hoch auf den Sulgen und über den geplanten Wittumpark weiter Richtung Waldmössingen ziehen. Der Wittumpark mit neu angelegtem See und Aussichtsturm soll als neues Sport- und Freizeitgelände in Nähe zum geplanten Innovationspark Schießacker auf dem Sulgen dienen. Die einzelnen Projekte und Flächen, welche auch die Stadtteile Tennenbronn, Waldmössingen, Schönbronn und Heiligenbronn mit einbeziehen, sind in der in der Studie illustriert und ausschnittsweise in der folgenden Bildergalerie anzusehen:

Was bleibt/Begleitende Projekte

In diesem Kapitel werden die Projekte aufgelistet, welche die Stadtentwicklung STEP 2020+ aufgreifen und in den Rahmenplan Stadtumbau 2030+ einfließen. Neben der benannten Revitalisierung der Schiltach und dem Ausbau der Kultur- und Museumslandschaft Schrambergs werden an dieser Stelle der Schulcampus zur Zusammenführung der Schramberger Schulen an einem Ort, der Bau einer Stadthalle auf dem Schweizer-Areal und der Innovationspark Schießacker, direkt angrenzend an das Wittumgelände, genannt. Für das Konzept zu Letzterem wurde die Stadt mit dem Sonderpreis im Ideenwettbewerb "Baden-Württembergs stadtnahe ultraeffiziente Industriegebiete" ausgezeichnet.[1]

Chronologie der Bewerbung

  • In der Sitzung am 19. Oktober 2017 beauftragte der Gemeinderat die Verwaltung mit der Vorbereitung einer Beschlussvorlage für eine Bewerbung um eine Landesgartenschau im Zeitraum der jahre 2026 bis 2030. Dies geschah auf Initiative der Verwaltung. In diese Bewerbung sollten die Planungen zum Schulcampus und noch nicht umgesetzte Projektideen aus dem Stadtentwicklungsprogramm STEP 2020+ [1] aus dem Jahre 2009 einfließen.[2]
  • Im Rahmen der Vorbereitungen warben Verwaltung und Gemeinderat um die Zustimmung in der Bevölkerung. In Interviews [3][4], Vorträgen und drei Stadtspaziergängen (jeweils 30-100 Besucher) wurden die Ideen vorgestellt und diskutiert.[5][6][7][8][9][10][11]
  • Am 16. November 2017 beschloss der Gemeinderat einstimmig und in positiver Rückmeldung, dass sich die Stadt Schramberg im Landesprogramm „Natur in Stadt und Land“ um eine Landesgartenschau für den Zeitraum 2026 bis 2030 bewerben und für diese Bewerbung eine Machbarkeitsstudie erstellen solle.[12][13][14] Für diese Bewerbung wurden Kosten von 90.000 € veranschlagt. Der Investitionsumfang bei solchen Landesgartenschauen beträgt mindestens 10 Millionen Euro, wobei der Zuschuss des Landes maximal 5 Millionen Euro beträgt.[15]
  • Bewerbungsschluss war der 22. Dezember 2017. In der Region bewarben sich unter den insgesamt 13 Mitbewerbern (8 davon wie Schramberg für Landesgartenschauen) auch Rottweil und Tuttlingen. Letztere beauftragten für ihre Machbarkeitsstudien das selbe Planungsbüro wie Schramberg.[16][17][18][19]
  • Am 25. Januar 2018 stellte Rudolf Mager die Machbarkeitsstudie im Gemeinderat vor. Aufsehen erregte vor allem die Idee einer Seilbahnstrecke zwischen Schramberg-Tal und Sulgen. Die Verwaltung schätzte die Investitionen für Daueranlagen auf zwölf Millionen Euro und für flankierende Maßnahmen auf acht Millionen Euro. Für die Durchführung der Landesgartenschau selbst wurden zehn Millionen Euro veranschlagt, welche jedoch über Eintrittsgelder und Sponsoring gedeckt werden sollten.[20][21][22]
  • Während der Fasnet 2018 wurde in zahlreicher Form Bezug auf die Landesgartenschaubewerbung genommen.[23]
  • Thomas Herzog betonte auch im laufenden Bewerbungsverfahren, dass die Impulse aus der Bewerbung auch bei einem ausbleibenden Erfolg als "Masterplan für die Stadtentwicklung" genutzt werden sollten.[24]
  • In die Bewerbungsphase fiel auch die Debatte um den Schulcampus (veranschlagte Gesamtkosten: 35,7 Millionen Euro[25][26]), welcher immer wieder im Zusammenhang mit der Landesgartenschaubewerbung erwähnt wurde, jedoch auch unabhängig von der Landesgartenschau realisierbar ist. In weiteren Info-Veranstaltungen wurde beide Projekte vorgestellt.[27][28][29][30][31]
  • Am 19. April 2018 besuchte die Fachkommission mit Marc Calmbach vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden Württemberg Schramberg. Zu diesem Anlass präsentierte sich Schramberg mit einem Frühlingsmarkt. Mager und Herzog stellten der Kommission die Pläne an verschiedenen Stellen der Stadt vor.[32][33][34]
  • In weiteren Stadtspaziergängen, auch in Tennenbronn[35], Waldmössingen[36][37] und Heiligenbronn[38], wurde der Dialog mit den Bürgern und Ratsmitgliedern anderer Städte fortgeführt.[39][40]
  • Am 3. Juli 2018 bedachte der Ministerrat Schramberg nicht mit einem Veranstaltungsjahr für eine Landesgartenschau. Damit war die Bewerbung als solche gescheitert.[41]
  • In der Gemeinderatssitzung am 19. Juli 2018 wurde die Bewerbung im Nachgang analysiert: Mager betonte in seiner Präsentation[42] nochmals, dass die Ergebnisse der Bewerbung als Masterplan in den an STEP 2020 anknüpfenden Stadtumbau 2030+ einfließen sollten. Die Kosten für die Bewerbung beliefen sich letzten Endes auf 143.000 Euro. Eine Anfrage von Stadtrat Johannes Grimm, ob denn die formalen Voraussetzungen für die Bewerbung gegeben waren[43], konnte Mager unter Zitierung der Kommission bejahen. In den Fraktionen wurde die Bewerbung durchweg positiv bewertet.[1][44]
  • 7. Februar 2019: Von einer erneuten Bewerbung für den Zeitraum 2031 bis 2035 sieht die Stadtverwaltung ab, da einige Projekte aus der Bewerbung im Rahmen des Stadtumbaus 2030+ schon vorher angeschoben werden sollten und ein erneuter Zuschlag im Landkreis Rottweil in der nächsten Phase nach eigener Einschätzung unwahrscheinlich sei.[45][46]


Quellen

Weiterführende Links

  • pdf-Datei zum BW-Landesprogramm "Natur in Stadt und Land" mit den Grundsätzen für die Durchführung (2026-2030)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Sonderpreis für Innovationspark, Schwabo, 22.7.2018
  2. Rathaus bereitet Bewerbung für Landesgartenschau vor, Schwabo 21.10.2017
  3. Landesgartenschau am Ufer der Schiltach?, Interview mit Thomas Herzog, Schwabo, 27.10.2017
  4. OB Herzog: „Wir planen keine ‚Blümchenschau‘“, Interview mit Thomas Herzog, NRWZ, 28.10.2017
  5. Gartenschau ist mehr als ein Traum, Schwabo, 30.10.2017
  6. Landesgartenschau: „Wasser ist das Gewinnerthema“, NRWZ, 30.10.2017
  7. Zweiter Stadtspaziergang mit etwa 50 Teilnehmern, NRWZ, 6.11.2017
  8. Gartenschau: Bewerbung positiver Impuls, Schwabo, 7.11.2017
  9. Mager: „Die Landesgartenschau bringt uns voran”, NRWZ, 8.11.2017
  10. Landesgartenschau: Die Schramberger fangen Feuer, NRWZ, 19.11.2017
  11. "Können Gartenschau rocken!", Schwabo, 22.11.2017
  12. Protokoll zur öffentlichen Sitzung des Gemeinderates am Donnerstag, den 16.11.2017, 15:00 Uhr, Rathaus – Großer Sitzungssaal, Seite 11.
  13. Landesgartenschau: Rat lobt „phänomenale Leistung”, NRWZ, 17.11.2017
  14. Schon jetzt Lust auf Gartenschau, Schwabo, 17.11.2017
  15. Tagesordnung zur öffentlichen Sitzung des Gemeinderates am Donnerstag, den 16.11.2017, 15:00 Uhr, Rathaus – Großer Sitzungssaal
  16. Landesgartenschau: Endspurt für Bewerberstädte, NRWZ, 15.12.2017
  17. Pünktlich fertig: Schramberger Bewerbung für die Landesgartenschau, NRWZ, 22.12.2017
  18. Landesgartenschauen: Etwa 15 Mitbewerber, NRWZ, 23.12.2017
  19. Landesgartenschauen: Neun Bewerberstädte, NRWZ, 29.12.2017
  20. Vision: Per Seilbahn gen Sulgen, Schwabo, 26.1.2018
  21. Seilbahn-Idee wird konkreter, NRWZ, 26.1.2018
  22. Protokoll zur öffentlichen Sitzung des Gemeinderates am Donnerstag, den 25.01.2018, 17.00 Uhr, Rathaus – Großer Sitzungssaal
  23. Fasnet 2018 ganz im Zeichen der Landesgartenschau-Bewerbung, NRWZ, 27.2.2018
  24. Landesgartenschau: Impulsgeber für die Stadtentwicklung, NRWZ, 15.3.2018
  25. Protokoll zur öffentlichen Sitzung des Gemeinderates am Donnerstag, den 22.03.2018, 18.00 Uhr, Rathaus – Großer Sitzungssaal
  26. Tagesordnung zur öffentlichen Sitzung des Gemeinderates am Don-nerstag, den 22.03.2018, 18.00 Uhr, Rathaus – Großer Sitzungssaal
  27. Schulcampus: Viel Zustimmung im Gemeinderat, NRWZ, 23.3.2018
  28. Informativer Stadtspaziergang zum Schul-Campus, NRWZ, 10.4.2018
  29. Gartenschau: Verwaltung informiert bei Stadtspaziergang, Schwabo, 11.4.2018
  30. Stadt und Gemeinderäte informierten über Schul- Campus und Landesgartenschau, NRWZ, 14.4.2018
  31. Bürger informieren sich über Schulcampus und Landesgartenschau, Schwabo, 17.4.2019
  32. Landesgartenschau: Die Schramberger haben auf jeden Fall ihren Spass, NRWZ, 19.4.2018
  33. Frühlingsmarkt macht Lust auf Gartenschau, Schwabo, 19.4.2018
  34. Gartenschau: Großes Programm für Kommission, Schwabo, 20.4.2018
  35. Aufschlussreicher Dorfrundgang in Tennenbronn, NRWZ, 19.6.2018
  36. Waldmössingen: Stadtspaziergang zu den Problemzonen, NRWZ, 26.6.2018
  37. Lebenswerte Stadt ist Ziel der Planungen, Schwabo, 28.6.2018
  38. Heiligenbronn: Stiftung baut und baut, NRWZ, 11.7.2018
  39. Mager zeigt das Grüne Band hinauf auf die Höhe, NRWZ, 24.4.2018
  40. Buntspecht-Thementag zur Landesgartenschau (LGS), NRWZ, 13.5.2018
  41. Traum von Gartenschau ist geplatzt, Schwabo, 4.7.2018
  42. Protokoll zur öffentlichen Sitzung des Gemeinderates am Donnerstag, den 19.07.2018, 20.00 Uhr, Rathaus – Großer Sitzungssaal, S. 29ff.
  43. Gab es überhaupt eine Chance?, Schwabo, 5.7.2018
  44. Landesgartenschaubewerbung: Jeden Cent wert, NRWZ, 20.7.2018
  45. Blütenträume ausgeträumt: Schramberg nimmt Abschied von Landesgartenschau-Plänen, Südkurier, 7.2.2019
  46. Landesgartenschaubewerbung: Einmal reicht, NRWZ, 7.2.2019