Erster Weltkrieg in Schramberg

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Der Erste Weltkrieg in Schramberg war vorwiegend durch die Umstellung auf die Kriegswirtschaft, zunehmende Nahrungsmittelknappheit und die Trauer um die Kriegsopfer gekennzeichnet. Zahlreiche Zeitungsartikel geben Rückschlüsse auf die damalige Situation.

Vorkriegszeit

Zur Bevölkerungsstruktur im Jahr 1910

Religionszugehörigkeiten der Schramberger im Jahr 1910

Aufschluss über die Bevölkerungsstruktur der Stadt Schramberg geben die Daten der Volkszählung vom 1. Dezember 1910[1], die die letzte Zählung dieser Art vor Beginn des Ersten Weltkrieges ist. Erfasst werden dabei alle zum Zeitpunkt der Zählung in Schramberg anwesenden Personen, untergliedert in die vier Bereiche „Art des Zusammenlebens“, „Religionszugehörigkeit“, „Zahl der Personen mit nichtdeutscher Staatsangehörigkeit“ und „Zahl der aktiven Militärpersonen“.

Aus den Daten der Volkszählung geht hervor, dass am Zähltag insgesamt 11 526 Personen in Schramberg anwesend sind, wovon 5715 männlichen und 5553 weiblichen Geschlechts sind. Insgesamt gibt es im Jahr 1910 in Schramberg 2245 Haushalte, dabei besteht ein solcher in der Regel aus 5,13 Personen. Die Anzahl an alleinstehenden Frauen zählt mit 69 Personen etwa das Dreifache der Anzahl an alleinstehenden Männer (24 Personen). Mit in die Gesamtzahl der in Schramberg anwesenden Personen inbegriffen sind 258 Personen mit „nichtdeutscher Staatsangehörigkeit“, die etwa 2,24 % der Bevölkerung ausmachen.

Die Katholiken bilden mit 8557 Gläubigen die größte Gruppe und machen etwa 76 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Die nächst kleinere Gruppe bildet mit 2682 Personen, also etwa 23,8 % der Bevölkerung, die Protestanten. Israeliten, Konfessionslose oder Angehörige anderer religiöser Bekenntnisse zählen nur wenige Gläubige und stellen daher lediglich Randgruppen dar. Die Tatsache, dass Schramberg mehr katholische als evangelische Einwohner zählt, scheint verwunderlich, da das Königreich Württemberg, zu dem Schramberg seit 1806 gehört, mehrheitlich evangelisch ist. Dieses Phänomen lässt sich dadurch erklären, dass Schramberg 223 Jahre zum Hause Habsburg gehörte, das dem katholischen Glauben angehörte und diesen auch in ihrem Reich verbreitete. Da es Tradition war, dass Kinder die Religion ihrer Eltern annehmen, bleibt der Katholizismus auch nach dem Jahr 1806 die vorherrschende Religion in Schramberg.

Das Attentat von Sarajevo

Über das Attentat am 28. Juni 1914 in Sarajevo auf den österreichischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau, berichtet das „Schwarzwälder Tagblatt“ erst in seiner Ausgabe vom 1. Juli 1914, da Schramberg mit einer überwiegend katholischen Bevölkerung am 29. Juni das Fest des Peter und Paul - Tags begeht und daher auf Grund des Feiertages keine Zeitung erscheint. In Schramberg wird hauptsächlich die Tageszeitung Schwarzwälder Tagblatt gelesen.

Attentat Zeitungsartikel.jpg

Verantwortlicher Redakteur ist Josef Eichinger. Die Zeitung erscheint täglich, außer montags. An Werktagen besteht sie in der Regel aus einem Blatt à vier Seiten, gelegentlich werden auch zwei Blätter veröffentlicht, wenn es die Informationsmenge erfordert. Sonntags werden mindestens zwei, gelegentlich auch drei Blätter à vier Seiten herausgegeben.

In den folgenden Tagen finden sich einige propagandistische Berichte über Russland und Frankreich in der Tageszeitung. Darüber hinaus ist nicht davon auszugehen, dass die gesamteuropäischen Entwicklungen das Alltagsleben in Schramberg weiter beeinflussten.

Mobilmachung und Kriegsbeginn

Auch in Schramberg ruft der Kriegsausbruch und die Mobilmachung Österreich-Ungarns neben Freude, die sich durch spontane Kundgebungen in Gasthäusern und auf den Straßen äußert, auch Angst und Besorgnis hervor, wie aus dem Artikel „Zur Beruhigung“ hervorgeht:

Völlig ungeachtet bleibt in diesem Artikel die Rolle Deutschlands, das zu diesem Zeitpunkt sehr aggressiv agiert. Es setzt sich die Besorgnis um einen drohenden Krieg mit deutscher Beteiligung auch am folgenden Tag fort:

[...] Im Übrigen raten wir noch einmal zur Besonnenheit; wie schon in der vorherigen Nummer gesagt, will ein großer Teil des Publikums immer nur Sensationsnachrichten hören. Um nun diesen Leuten gerecht zu werden, wird eben viel berichtet über und sensationell ausgeschmückt. Andererseits haben Börsen- und Handelskreis ein Interesse daran, möglichst Kapital aus der Geschichte zu schlagen und durch erlogene Alarmnachrichten Preissteigerungen herbeizuführen. Ferner sei noch darauf hingewiesen, daß selbst im Ernstfalle die Entscheidung an den Grenzen erfolgen wird, also Befürchtungen, daß morgen schon Franzosen oder Russen an der Wohnungstüre stehen grundlos sind.[2]

Entgegen aller Beruhigungsversuche der Vortage mobilisiert Russland am 31. Juli 1914 seine Truppen: Der Kriegsausbruch steht unmittelbar bevor. Als Reaktion auf die russische Mobilmachung zieht das Deutsche Reich am 1. August 1914 mit der Mobilmachung der deutschen Truppen nach und erklärt Russland gleichzeitig den Krieg. Mit zwei Tagen Verspätung erreicht am 4. August 1914 Schramberg die Mobilmachung:

Mobilmachung in Schramberg

Die ersten Soldaten verlassen die Stadt noch am selben Abend. Über dieses Ereignis ist in der Kirchenchronik Folgendes vermerkt:

Das befürchtete ist zur furchtbaren Tatsache geworden. Serbien hat die österreichische Note abgelehnt. Der Krieg bleibt nicht auf die zwei direkt Beteiligten beschränkt. Auch bei uns folgte die Kriegsbereitschaft, die Mobilmachung, der Kriegszustand, die Kriegserklärung, der Krieg. Der heutige Tag brachte eine große Kundgebung vor dem Kriegerdenkmal bei der Kirche und dem ersten mitternächtlichen Abschied der Krieger. Der Zug geht 12 Uhr 20. Freilich erhebend, aber nicht minder herb ergreifend war es als sich mit dem Glockenschlag um Mitternacht ein großer Zug vom Rathaus aus in Bewegung setzte. Es waren begeisterte Vaterlandsverteidiger, darunter sehr viele Familienväter, denen die Stadtmusik, der Veteranenverein und viele Angehörige das Geleit geben. Mutig schalten die patriotischen Weisen, greller Fackelschein erhellt das unheimliche Düster der Nacht. Am Bahnhof noch herzliches Abschiednehmen, ermutigende Ansprachen, dann ‚Die Wacht am Rhein’ und die Abfahrt nach dem nächsten Sammelorte Freudenstadt. Gott gehe mit euch und der bürge dem Vaterland den Sieg und euch glückliche Heimkehr. Die meisten Krieger schienen es ziemlich leicht zu nehmen, oder – verstanden sie es nur ihren Abschiedschmerz vor den Ihren zu verbergen. Die mitternächtlichen Abschiedsszenen wiederholen sich nun Tag für Tag.[3]

Die Abfahrt der ersten Soldaten aus Schramberg wird dem Beispiel anderer deutscher Städte folgend zu einem patriotischen Akt. Dennoch stehen Teile der Schramberger Bevölkerung dem Krieg nach wie vor kritisch und beinahe ängstlich gegenüber. Artikel wie unten stehenden stellen Versuche dar, diese Bevölkerungsteile zu ermutigen und zu beruhigen, auch mit dem Verweis darauf, dass der Krieg gerechtfertig sei:

[...] Darum kann die Mobilmachung nicht aufregen, sie muß den denkenden Deutschen vielmehr beruhigen. Dieser Sachlage entsprechend wurde denn auch die Kunde von der Mobilmachung hier wie anderwärts zwar ernst, aber gefaßt hingenommen. Die zu den Waffen gerufenen Reservisten und Landwehrmänner zeigen sich in gehobener Stimmung der großen Stunde würdig. [...] Am gestrigen Sonntag und heute morgen gingen dieselben in der katholischen Kirche in großer Zahl zur Beicht und Kommunion. In der evangelischen Kirche wurde gestern Abend das Abendmahl gespendet. [...] Die Frauen der Einberufenen wollte in den ersten Augenblicken Bestürzung ergreifen. [...] Inzwischen sind auch die weiblichen Gemüter wieder getroster und ergebener. Und es ist kein Zweifel, daß der vaterländische Sinn, der die deutsche Frau von 1870 so rühmlich gekennzeichnet hat, auch im Jahre 1914 neu aufleben wird.[4]

Wie aus den Artikeln hervorgeht wird der Kriegsbeginn in der Schramberger Bevölkerung mit Angst und Sorge betrachtet. Anzeichen von Kriegsbegeisterung spiegeln sich in den Artikeln des Lokalteils nicht wider.

Am Sonntag, den 9. August 1914, ist der Aufmarsch der Truppen beendet und die Kämpfe beginnen. Insgesamt werden während des Ersten Weltkrieges etwa 2500 Schramberger Bürger zum Wehrdienst eingezogen, was bei einer Gesamtbevölkerung von 10 500 Einwohnern etwa 22 % ausmacht.[5]

Die ersten Kriegstage

Dem ersten Zug der Soldaten, der Schramberg am 4. August 1914 verlässt, schließen sich weitere am 5., 6. und 7. August 1914 an. Auch diese Soldaten werden mit den gleichen Feierlichkeiten wie am 4. August 1914 verabschiedet. Des Weiteren wird es üblich, dass sich die Soldaten zuvor schon in Gasthäusern treffen, um so die miteinrückenden Kameraden kennenzulernen, wie eine Annonce von Dienstag, 04. August 1914 und ein ausführlicher Bericht von Samstag, 08. August 1914 belegen. Im Rahmen der Mobilmachung melden in Schramberg insgesamt 200 Kriegsfreiwillige[6], welchen die beurlaubten Soldaten hinzuzurechnen sind, die verpflichtet sind, in den Krieg zu ziehen. Über die Anzahl der in den ersten Augusttagen verlassenden Schramberger Soldaten gibt es keine Angaben.

Da es sich dabei hauptsächlich um Männer handelt, fehlt ab diesem Zeitpunkt in den meisten Familien der Haupternährer, die somit vor dem finanziellen Ruin stehen. Dessen ist sich auf die Stadtverwaltung bewusst und thematisiert die Lage der Familien in der Sitzung der Ortsarmenbehörde und der bürgerlichen Kollegien am Freitag, 7. August 1914. Im Verlauf der Sitzung wird deutlich, dass den betroffenen Familien eine finanzielle Unterstützung gewährleistet werden soll. Dennoch macht der Vorsitzende deutlich, dass die Stadt nicht so leistungsfähig sei, um die Familien in der Art zu unterstützen, dass die selben soviel bekämen, als der Verdienst des Mannes betragen habe[7]. Daher wurde beschlossen, den Familien nicht im Sinne der Armenunterstützung, sondern in Form von sogenannten Liebesgaben zu helfen. Sowohl die Sammlung als auch die Verteilung der Liebesgaben soll von der Stadtverwaltung zentral organisiert werden. Des Weiteren werden die Bedürftigen angehalten, jegliche Art von Arbeit anzunehmen, umso finanziell weitestgehend selbstständig zu bleiben. Da es sich bei den zu Unterstützenden hauptsächlich um Frauen handelt, sind für sie die Ausbildung zur Samariterin und die Arbeit im neu errichteten Lazarett in Schramberg vorgesehen Dieser Beschluss wird über die Tagespresse der Schramberger Bevölkerung bekannt gegeben.

Bekanntmachung Unterstützung der Familien.

Die in der Bekanntmachung zugesicherte Summe von 12 beziehungsweise 6 Reichsmark pro Monat relativiert sich bei der Betrachtung der Preise zu Beginn des Ersten Weltkriegs. Vor allem verteuert sich das Brot. In einer Zeitungsnotiz vom 4. August 1914 sichert die Bäcker-Innung zwar zu, die bisherigen Brot – und Mehlpreise so lange wie möglich stabil zu halten, obwohl die Mühlen die Preise ganz bedeutend erhöht hätten[8]. Dennoch gibt es ab diesem Zeitpunkt nur noch Halbweiß- und Schwarzbrot. Auch die Stadtverwaltung Schramberg unterstützt die Preispolitik der Bäckerinnung und plant daher Gespräche mit der Gräflichen Mühle wie aus dem Gemeinderatsprotokoll hervorgeht[9]. Gleichwohl dieser Bemühungen wird in der Ausgabe vom 11. August 1914 hinsichtlich der Mehlpreise von „Kriegspreisen gegen Barbezahlung“ [10]geschrieben, was auf einen steigenden Mehlpreis schließen lässt. So verlangt ein Händler für einen Doppelzentner Mehl, der in Vorkriegszeiten 33 Reichsmark kostete, am 10. August 1914 für die gleiche Menge 54 Reichsmark4, was eine Preissteigerung von 63 % bedeutet. Was mögliche Preissteigerungen angehen, so gibt es keine Anzeichen dafür, dass der Schramberger Wochenmarkt, der jeden immer samstags stattfindet, davon betroffen ist. Jeden Sonntag oder Dienstag sind in der Rubrik „Handel und Verkehr“ die Preise des am Samstag zuvor stattfinden Wochenmarkt aufgelistet:

Wochenmarktpreise im Vergleich

Wie aus dem Schaubild hervor geht, verteuern sich die Waren, die auf dem Schramberger Wochenmarkt angeboten werden, kaum. Die Ernte des Jahres 1914 scheint ertragreich zu sein, was sich ebenfalls positiv auf die Preisentwicklung auswirkt. Dennoch stellt diese die Bauern vor ein Problem: Auf Grund der Männer, die als Soldaten eingezogenen wurden, fehlen diese als Arbeitskräfte auf den Feldern. Um diesem Mangel entgegenzuwirken, wird in der Gemeinderatssitzung vom 7. August 1914 vorgeschlagen, Empfänger von oben genannten Liebesgaben bei der Ernte einzusetzen. Gleichzeitig wird im Werbungsteil des „Schwarzwälder Tagblatt“ um weitere Erntehelfer geworben:

Werbung um Erntehelfer

Diese Annonce, die sich speziell an Studenten und Oberschüler richtet, erscheint in ähnlicher Aufmachung ebenfalls in der Ausgabe von Samstag, den 8. August 1914. In der Ausgabe von Sonntag, den 9. August 1914, erscheint erneut ein solcher Aufruf, der jedoch größere Bevölkerungsteile wie zuvor anspricht: in den Schramberger Fabriken wird auf Grund der bevorstehenden Ernte die Arbeitszeit verkürzt, damit die Fabrikarbeiter für das Einbringen der Ernte zur Verfügung stehen. Dennoch fehlen in Schramberg und Umgebung Arbeitskräfte:

[...] In den Fabrikstädten sind durch die gegebene Geschäftslage tausende von arbeitsfähigen und kräftigen Männern zum Müßiggang gezwungen. Also auf dem Land Mangel an Arbeitskräften, in den Städten Mangel an Arbeitsgelegenheiten und Verdienst. Bei dem herrschenden Ernst der Situation sollte man meinen, es sei nicht schwer, raschen und beiderseits segensreichen Ausgleich zu schaffen. In Wirklichkeit scheint sich solcher bis jetzt nicht anbahnen zu wollen. Jedenfalls haben die Vorschläge, wie sie in den Schramberger Tagesblättern zu lesen waren, keinen Erfolg zu verzeichnen. [...][11]

Mit diesem Bericht endet das Werben um Hilfskräfte für die Erntearbeit. Dennoch scheinen mit den Aufrufen nicht genügend Arbeiter für die Unterstützung der Bauern gefunden werden können. Der Mangel an Arbeitskräften auf dem Feld führt zu einer Eierknappheit auf dem Schramberger Wochenmarkt, wie folgendes Zitat zeigt:

Der heutige Wochenmarkt wies eine ganz schwache Zufuhr auf, vermutlich sind die Landwirte mit Erntearbeit so beschäftigt, dass sie keine Zeit finden, den Markt zu beschicken. Auf die Frage nach Eiern, an welchen wegen eingestellten Verkehrs großer Mangel herrscht, gab eine Bauersfrau von der Höhe zur Antwort [mit dieser Bezeichnung ist eine der Umlandgemeinden gemeint, Schramberg selbst liegt im Tal. D.Verf.]: „Eier können wir Euch keine mehr bringen, die müssen wir aufheben für den Feind!“ Ob sie damit meinte, dass die Franzosen mit Eiern zu Tode gefüttert oder mit faulen beworfen würden, ließ die Frau unausgesprochen. Bezeichnend aber ist, das doch mit der Möglichkeit gerechnet wird, der Feind könnte in das Land kommen! Welch geringe Meinung haben leider doch verschiedene Leute von Deutschlands Wehrkraft![12]

Aufgrund der geringen Eierlieferungen verteuert sich ihr Preis, wie aus dem Diagramm weiter hervor geht: Der Preis für Eier steigt von 0,075 Reichsmark im Juni 1914 auf 0,09 Reichsmark im September an. Des Weiteren finden in manchen Schramberger Geschäfte sogenannte „Hamsterkäufe“ statt, ein Zeichen für Angst und Unsicherheit in der Bevölkerung. Bereits in den Tagen vor der Mobilisierung ist die Stimmung innerhalb der Schramberger Einwohnerschaft recht angespannt und von Angst geprägt. Diese Angst und Unsicherheit der Bevölkerung sorgt für einen großen Zustrom in die Kirchen der Talstadtgemeinde: Die Gottesdienste an den Tagen vor der Mobilisierung am Sonntag, den 2. August, und Montag, den 3. August 1914, sind sowohl in der katholischen als auch in der evangelischen Kirche sehr gut besucht, in der evangelischen Kirche wird in Anbetracht der ungewissen Lage am Montag das Abendmahl gespendet. Nach dem die Entscheidung für einen Krieg gefallen ist und die beurlaubten Soldaten mobilisiert werden, finden in der katholischen Kirche zusätzliche Gottesdienste statt:

Das bischöfliche Ordinariat hat für nächsten Sonntag ein Kriegshirtenschreiben verfasst und ein Kriegshochamt vor ausgesetztem Allerheiligsten angeordnet. In jeder Messe ist das Gebet für den Frieden einzufügen. Nach jeder Messe sind in der selben Meinung mit der Vaterunser mit Ave Maria zu beten Jeden Abend ist Kriegsandacht, 2 mal, Dienstag und Freitag, vor ausgesetztem Liborius.[13]

Gespensterangst

Die zusätzlichen Gottesdienste finden großen Zuspruch innerhalb der Bürgerschaft der Stadt, vor allem die Plätze der Männerwelt seien so dicht besetzt, dass man in der Kirche nicht vermuten könne, dass eine große Zahl Männer und Jünglinge in der Ferne weile. Wie schon die Überschrift „Not lehrt beten“ ausdrückt, führt die Mobilisierung und der beginnende Krieg auch die Gläubigen, die sich während des Kulturkampfes von der Kirche abgewendet haben, zurück in die Gottesdienste, da neben der Kriegsbegeisterung auch Angst und Verunsicherung hinsichtlich der weiteren Ereignisse herrscht und in der Kirche um Gottes Segen und Unterstützung gebeten wird. Des Weiteren wird von der Kirche Trost und Zuspruch erhofft. Vor allem am Tag der Mobilisierung ist die Stimmung in Schramberg durch Angst und Panik geprägt: am Morgen des 4. August 1914 sprengten zwei Arbeiter ohne vorherige Ankündigungen zwei Stöcke am Sonnenberg. Diese Schüsse werden von der Bevölkerung für Schüsse von herannahenden Feinden, hauptsächlich Franzosen, gehalten und verstärken somit die Unsicherheit der Bevölkerung zusätzlich. In einem weiteren Artikel der eben zitierten Ausgabe vom „Schwarzwälder Tagblatt“ wird von Sabotageakten französischer Spione berichtet. Dieser Bericht versetzt die Schramberger Einwohnerschaft in zusätzliche Angst.

Mit fortschreitender Kriegsdauer sind Berichte, die von Angst und Besorgnis der Schramberger zeugen, in der Tagespresse nicht mehr zu finden. Das Stimmungsbild der Stadt beginnt sich zu wandeln: die Bevölkerung hat sich mit den Änderungen, die der beginnende Krieg erfordert hat, arrangiert. Die Angst wandelt sich dabei in Patriotismus, wie aus den Ausgaben des „Schwarzwälder Tagblatt“ ersichtlich ist. Die Schramberger Bevölkerung lässt dem Roten Kreuz und weiteren Organisationen hohe Geldsummen zukommen, die zur Unterstützung von Soldatenfamilien und der an der Front kämpfenden Soldaten verwendet werden. Alle Spender werden namentlich samt Spendenbetrag in eigens für dieses Thema geschaffenen Rubrik in der Zeitung abgedruckt.

Versorgungs- und Ernährungssituation

Zu Beginn des Krieges ist die Schramberger Bevölkerung ausreichend mit Nahrungsmitteln versorgt. Viele Schramberg profitieren von dem eigenen Anbau im Garten. Ab dem Frühjahr 1915 werden Lebensmittel rationiert und gemäß Lebensmittelkarten abgegeben. Im Laufe des Krieges wird die Ration kontinuierlich gesenkt. Auch in Schramberg ist der Kohlrübenwinter 1916/1917 deutlich zu spüren, die Bevölkerung hungert wie in weiten Deutschlands auch. Die immer kleiner werdenden Rationen und die vielseitigen Einschnitte in die Ernährung der Bevölkerung machen deutlich, dass es der Bevölkerung immer schwerer wird, den Kriegsalltag zu bestehen, da sie obwohl die Lebensmitteleinheiten ständig reduziert werden, körperlich harte Arbeit zu erledigen haben. So müssen die Familien die Gärten und Äcker bestellen und gleichzeitig in einer Fabrik für die Rüstungsindustrie arbeiten, während sie nicht ausreichend mit Nährstoffen und Kalorien versorgt sind.

1914

Da vielen Familien durch die Mobilmachung der Soldaten der Haupternährer fehlt, stehen diese Familien vor einer finanziellen Herausforderung. Die Stadtverwaltung Schramberg ist sich dieser Problematik bewusst und thematisiert die Lage dieser Familien in der Gemeinderatssitzung am 7. August 1914. In dieser Versammlung wird für die finanzielle Unterstützung von Familien, deren Haupternährer eingezogen ist, folgende Regelung[14] in Reichsmark pro Monat festgelegt:

Monat Ehefrau pro Kind
Mai - Oktober 9 6
November - April 12 6

Obwohl zu Kriegsbeginn auf dem Wochenmarkt keine wesentlichen Preissteigerungen zu verzeichnen sind, lässt sich aus der obigen Tabelle schließen, dass sich die Soldatenfamilien in einer finanziell angespannten Lage befinden. Um diesen zu helfen, bildet sich in Schramberg ein sogenannter „Hilfsausschuss“:

Hilfsausschuss

Die gesammelten Geldspenden ermöglichen es, Nahrungsmittel zu kaufen und zu geringerem Preis an bedürftige Familien abzugeben. Diese müssen die Unterstützung zuvor bei der Stadtverwaltung beantragen. Die unregelmäßig stattfindenden Lebensmittelabgaben gibt der Ausschuss in der Tagespresse per Annonce bekannt. In dieser Funktion tritt der Hilfsausschuss erstmalig in der Ausgabe von Sonntag, 6. September 1914 in Erscheinung: Mittels einer Bekanntmachung wird verkündet, dass an Familien, welche Gesuche um Liebesgaben gestellt hätten, am kommenden Montag im Rathaus Kartoffeln ausgegeben würden[15]

Die eintreffenden Gefallenenmeldungen von den Fronten stellen neben der Trauerarbeit die Notwendigkeit dar, die hinterbliebenen Familien ebenfalls finanziell zu unterstützen. Die Unterstützung ist durch das Militärhinterbliebenengesetz vom 17. Mai 1907 geregelt, welches in einem am 04. September 1914 erscheinenden Artikel wiederholt wird. Wie dem Artikel zu entnehmen ist, ist der Dienstgrad des gefallenen Soldaten für die Höhe des an die Angehörigen auszuzahlenden Betrags entscheidend. Hinterlässt der Soldat keine Frau, da er bereits vor Kriegsbeginn verwitwet ist, erhalten dessen Kinder Zahlungen unabhängig vom Dienstgrad des Vaters. Soldatenfamilien erhalten laut dem Gesetz jährlich folgende Zuwendungen[16]:

Angehörige Gemeiner Unteroffizier & Sergeant Vizefeldwebel & Feldwebel Soldat ist Witwer, für die Kinder
Für die Witwe 400 500 600 entfällt
Witwe & 1 Kind 568 668 768 240
Witwe & 2 Kinder 736 836 936 480
Witwe & 3 Kinder 904 1004 1104 720
Witwe & 4 Kinder 1072 1172 1272 960

Wie obige Tabellen ausführen, ist die finanzielle Situation von Soldaten- und Hinterbliebenenfamilien sehr angespannt. Sie sind auf die Unterstützung des Hilfsausschusses angewiesen, um den täglichen Bedarf an Nahrungsmitteln zu decken. Die Versorgungslage der Stadt Schramberg, wie aus der Auflistung der Angebote und Preise des Wochenmarkts1 ersichtlich, kann für das Jahr 1914 als gut bezeichnet werden. Die Angaben des Wochenmarkts bilden für diese Erkenntnis eine sichere Basis, da diese regelmäßig in der Tagespresse abgedruckt sind und daher eine lückenlose Dokumentation ermöglichen. Wie aus der Auflistung hervorgeht, verringert sich das Angebot während der ersten Kriegsmonate nur unwesentlich, was aber auf saisonale Schwankungen zurückzuführen ist. Dennoch lässt sich mit fortschreitender Jahresdauer eine Preissteigerung erkennen. Diese ist nicht nur bei den Preisen auf dem Wochenmarkt ersichtlich. In den im „Schwarzwälder Tagblatt“ erscheinenden Werbeanzeigen einzelner Kaufleute werden ebenfalls Preise für Nahrungsmittel angegeben, die sich auf dem gleichen Niveau auf dem Wochenmarkt sind. Um den Preissteigerungen entgegenzuwirken, werden sogenannte „Höchstpreise“ festgesetzt: Händler und Bauern haben unter Androhung von Strafe die Ware zu dem festgesetzten Preis zu verkaufen, auch wenn dieser dem eigentlichen Wert der Ware nicht entspricht. So werden am 10. November 1914 Höchstpreise für Getreide und Kleie und am 4. Dezember 1914 für Kartoffeln bekannt gegeben. Trotz der allmählich steigenden Preise für Grundnahrungsmittel sind in Schramberg, vor allem in der Vorweihnachtszeit, viele Luxusgüter wie spanische Weine, Madeira oder Vanille[17] zum Verkauf angeboten, was auf eine gute Versorgungslage der Schramberger Einwohnerschaft schließen lässt. Diese Annahme wird durch folgenden Auszug aus einem Leserbrief, der die Situation der Familien der Stadt kommentiert, weiter unterstützt:

Es wird nicht bestritten, daß am hiesigen Platz infolge des Krieges große Armut in mancher Familie eingetreten ist, auch da, wo der Mann nicht im Felde ist, weil er oft kein tägl. Verdienst hat und viel aussetzen muß von der Arbeit, oft 2 – 3 Tage in der Woche. Aber eine Not ist in Schramberg wie der Einsender glaubt, noch keine vorhanden, denn dafür wird ja, wie der Einsender selbst zugibt, von der Stadtverwaltung im weitgehensten Teile Rechnung getragen.[18]

Nach Ausbruch des Krieges im August 1914 ist die Nahrungsmittelversorgung der Bevölkerung, wie aus obiger Darstellung ersichtlich, durch den Krieg kaum negativ beeinflusst. Die Teile der Bevölkerung, die kein Familienmitglied als Soldat im Feld wissen oder dort verloren haben, können ihren Grundbedarf an Nahrungsmittel ohne Hindernisse abdecken. Darüber hinaus besteht eine große Nachfrage nach Luxusgütern. „Sparen“ wird daher im Jahr 1914 im Kontext der Finanzmittel verstanden, das heißt, die Hausfrauen achten beim Kauf auf die Preise der Ware, um so möglichst billig einzukaufen, um so Rücklagen für die Zukunft bilden zu können.

1915

Doch dies ändert sich mit Beginn des Jahres 1915. Da die deutsche Militärführung von einem kurzen Krieg, man wollte bis Weihnachten wieder zu Hause sein, ausgeht, sind ihrerseits keine Maßnahmen zur Nahrungsmittelversorgung der Bevölkerung getroffen worden, wodurch im Januar erste Versorgungsengpässe, vor allem bei Brotwaren, entstehen. Aus dem Grund wird die Bevölkerung zum Sparen aufgerufen:

Aufruf zum Brotsparen

Ab diesem Zeitpunkt erweitert sich ebenfalls die Bedeutung des Wortes „Sparen“, dass nicht mehr nur im Kontext des maßvollen Umgangs mit Finanzmittel, sondern auch als maßvoller und sinnvoller Umgang mit Nahrungsmitteln verstanden wird. Vor allem Mehl und die daraus erstellen Brotwaren sind im Januar und Februar 1915 in Schramberg sehr knapp und daher teuer, weswegen am 30. Januar 1915 in der Tagespresse Forderungen nach Brothöchstpreise laut werden. Diesen kann jedoch nicht entsprochen werden, da, bevor die Brotpreise reguliert werden, erst eine Höchstpreisfestlegung für das Mehl notwendig ist[19]. Eine erste Regulierungsmaßnahme wird mit der Beschlagnahme von Brotgetreide und Mehlvorräten getroffen, die am 1. Februar 1915 beginnt. Alle Einwohnerinnen und Einwohner sind daher aufgefordert, ihre Vorräte bei der Polizeiwache zu melden. Jedem Haushalt werden maximal 100 Kilogramm Mehl und Brotgetreide zugestanden, wer mehr besitzt, hat die diese Differenz an die Stadtverwaltung, die diese an den Kommunalverband weiterleitet, abzuführen. Dieser legt nach Sichtung der Bestände einen Tageshöchstsatz für eben diese Produkte fest. Wie dem Protokoll der Gemeinderatssitzung zu entnehmen ist, beträgt dieser für Schramberg und das gesamte Oberamt Oberndorf 225 Gramm pro Tag. Gleichzeitig wird in der Berichterstattung über die Sitzung in der Tagespresse die Einführung von Brotmarken angekündigt. Diese tritt endgültig am 12. März 1915 in Kraft, parallel dazu wird der Tageshöchstsatz auf 200 g Mehl pro Person reduziert. Ab diesem Zeitpunkt können die Kunden in Bäckereien Ware nur nach Abgabe von Brotmarken kaufen, die sie zuvor auf der Stadtverwaltung gemäß der Größe und dem daraus resultierenden Gesamtverbrauch der Familie erhalten haben. Dabei wird das Mehl, das sie in Reinform erhalten, auf die Anzahl an Brotmarken angerechnet. Daher ist jede Hausfrau zur genauen Berechnung und sorgfältigen Planung des Brotverbrauches der Familie aufgefordert, was im „Schwarzwälder Tagblatt“ wie folgt kommentiert wird:

Tut sie das, wird es ihr nie an Brot fehlen und das Opfer, das sie bringt, bringt sie dem Vaterland, das dieses Opfer von ihr erwarten kann und muß. Lebe sich daher jedermann gleich vom ersten Tage in die Vorschrift ein zu seinem Heile, zur Erhaltung des Vaterlandes.[20]

So wird der maßvolle und vorausblickende Umgang mit Nahrungsmitteln zum Kriegsdienst der Frauen erklärt. Daran wird die gesamte Bevölkerung durch merksatzartige Sprüche in der Tageszeitung kontinuierlich erinnert:

1915 Merksatz Brotsparen.jpg

Dieser und Sätze in ähnlicher Formulierung finden sind von diesem Zeitpunkt ab regelmäßig in der Zeitung. Aus ihnen wird immer deutlicher, dass sich der Krieg nicht nur an den Fronten abspielt, sondern dass die gesamte Nation daran beteiligt ist.

Von der Regulierung der Brotgetreide- und Mehlabgabe sind neben den Bäckern auch die Bauern betroffen: sie benötigen vor allem für die Schweinezucht Getreide. Auch ihnen wird nun ein Kontingent zugewiesen, das ihnen zur Aufzucht von Schweinen zur Verfügung steht. Dieses ist allerdings geringer als die eigentlich für die Aufzucht benötigte Menge, da das Getreide für die Versorgung der Bevölkerung benötigt wird. Somit wird die Schweinehaltung immer aufwändiger, was zu einem steigenden Fleischpreis führt, wie aus folgender Gegenüberstellung der Preise (angegeben in Reichsmark) für Fleischwaren auf dem Wochenmarkt[21] deutlich wird:

Ware Juni 1914 Juni 1915
500g Speck 1,20 1,70
Schinken 1,10 1,45
500g Zunge 1,10 1,50
Ripple 1,0 1,10
Schinkenwurst 1,10 1,60
Paar Bratwürste 0,30 0,35

Das Angebot an Wurstwaren im Juni des Jahres 1915 ist deutlich geringer als das des gleichen Zeitraumes des Jahres 1914. Der Preis für Speck verteuert sich im Vorjahresvergleich um rund 42 %, der Preis für Schinkenwurst steigt sogar um 45 %. Aus diesem Grund erscheint in den Ausgaben der Tageszeitung ab 30. Mai bis einschließlich 10. Juni die Mahnung an die Bevölkerung, sich einen großen Vorrat an Kartoffeln anzulegen, um die Ernährung langfristig zu sichern. Diese werden daher von der Stadtverwaltung an die gesamte Bevölkerung zum Preis von 4,50 Mark pro Zentner ausgegeben[22]. Der Mangel an Schweinen und Rindern setzt sich über die Sommermonate hinweg fort, unter anderem wird das Getreide sobald es vom Boden getrennt ist, von der Kommunalverwaltung beschlagnahmt, sodass den Landwirten immer weniger Getreide für die Viehmast zur Verfügung steht, wodurch immer weniger Fleisch dem Markt zugeführt werden kann. Aus diesem Grund wird in einer Meldung 5. November 1915 die Rationierung von Fleisch und Wurst bekannt gegeben. Pro Woche werden zwei sogenannte „fleischlose Tage“, jeweils Dienstag und Freitag, eingeführt, an denen es Metzgern unter Androhung von Gefängnis- oder Geldsstrafe untersagt ist, Fleisch- und Wurstwaren zu verkaufen. Somit sehen sich die Hausfrauen an diesen Tagen dazu genötigt, fleisch- und fettlose Speisen zuzubereiten. Dieser Regelung wird von einigen Hausfrauen dadurch umgangen, indem sie am Vortag Fleisch und Wurst für den fleischlosen Tag einkaufen. Dennoch wird die Bevölkerung darauf hingewiesen, dass wenn die Maßregelung zu keiner Einschränkung des Fleischgenusses führen würde, in kurzer Zeit Fleischkarten ähnlich wie die Brotkarten eingeführt werden würde[23].

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Versorgungslage der Stadt Schramberg deutlich schlechter, wenn auch noch genügend Nahrungsmittel zur Verfügung stehen, was vor allem durch eine ertragreiche Ernte begründet ist. Beim Einbringen der Ernte werden unter anderem bereits genesene Soldaten aus dem Schramberger Lazarett eingesetzt, des Weiteren auch Kriegsinvaliden. Die Versorgung der Bevölkerung mit Mehl und Brot wird seit Januar zentral vom Oberamt Oberndorf gesteuert. Dabei kommt es im August und Oktober zu Versorgungsengpässen, sodass an jeweils zwei Tagen in diesen Monaten kein Brot zu kaufen gibt. Ausgelöst wurden diese durch Fehler in der Mehlverteilungsstelle, da die Mitarbeiter dort nicht ausreichend genug eingearbeitet sind. Entgegen aller Versuche und Androhung von Strafe können die Behörden dem Kriegswucher nicht einschränken. So steigen die Preise im Jahr 1915 kontinuierlich an. Ein Regulativ dem entgegen zu wirken ist die Einführung lokaler Höchstpreise, welche für Getreide aller Art, Kartoffeln, Milch, Butter, Fleisch und Käse festgelegt werden. Dennoch steigen die Preise für Nahrungsmittel, die nicht mit lokalen Höchstpreisen belegt sind, weiter an, sodass die Kosten der Deckung des Tagesbedarfs an Grundnahrungsmittel sehr hoch werden. Des Weiteren wird im Jahr 1915 der Konsum von Brot, Fleisch und Milch gesetzlich eingeschränkt, in dem die Ausgabe dieser Lebensmittel nur gegen Karten oder andere Berechtigungsscheine erfolgt. Um die Sicherung der Ernährung der Schramberger Bevölkerung ist ebenfalls der Hilfsausschuss bemüht. Neben der Unterstützung der bedürftigen Familien gewährt er auch nach seinen Möglichkeiten auch allen anderen Einwohnerinnen und Einwohner Schramberg Hilfe. So organisiert er beispielsweise Kartoffeln und gibt diese an Bedürftige zu einem subventionierten Preis ab, während die restliche Bevölkerung den regulären Preis zu zahlen hat. Dennoch ist somit die Ernährung der gesamten Einwohnerschaft gesichert. Auf Grund der kontinuierlich steigenden Lebensmittelpreise geht auch die Nachfrage nach Luxusartikeln zurück, wie aus der sinkenden Anzahl an Werbeannoncen für diese Produkte ersichtlich ist. Darüber hinaus ist der Import dieser Waren durch die englische Blockadepolitik erschwert bis unmöglich.

1916

Auch zu Beginn des Jahres 1916 ist die Versorgungslage der Schramberger Bevölkerung zwar gesichert, dennoch wird die Bevölkerung zur Maßhaltung beim Verzehr von Speisen aufgefordert. Durch die Erklärung der Enthaltsamkeit zu einem patriotischen Dienst fürs Vaterland, wird versucht die Bevölkerung zu weiteren persönlichen Verzichten aufzufordern:

Vielfach haben die Verbraucher vergessen, daß die Brotration welche doch lediglich als oberste Verbrauchsgrenze gedacht ist, keineswegs für den Einzelnen die moralische Erlaubnis bedeutet, nun täglich soviel Brot zu essen, wie er auf die Brotkarte kaufen kann. Gerade, weil er auf diesem Gebiete dem Einzelnen eine ihm zukommende Nahrungsmenge vom Staate gewährleistet wird, dar nicht vergessen werden, daß das Gebot freiwilliger Sparsamkeit und freiwilliger Beschränkung hierdurch durchaus nicht aufgehoben wird, sondern, daß es noch wie vor vaterländische Pflicht des Einzelnen ist, nur so wenig Brot zu verbrauchen, wie es ihm irgend möglich ist, du mit strenger Selbstzucht Ersparnisse an seiner Brotkarte vorzunehmen. Diese Pflicht muß heute von neuem betont und eingeschärft werden. Wenn wir uns an der Schwelle des neuen Jahres fragen, was wir selbst getan haben, um den Aushungerungsplan unserer Feinde zunichte zu machen, dann werden wir fragen: ‚Es muß anders werden als in der letzten Zeit!’ Diese Einschränkung tut uns bitter not, denn mit ihr steht viel, sehr viel auf dem Spiele.[24]

Dennoch ist es fraglich, ob eine freiwillig weitere Einschränkung des Nahrungsmittelverbrauchs in der Bevölkerung möglich ist. Die tägliche Ernährung besteht aus 200 Gramm Mehl, Fleisch in dem Maße, wie es sich die Familie leisten kann, Butter und weitere Fette sind kaum erhältlich und auch Milch ist in ihrer Abgabe auf bedürftige Menschen beschränkt. Einzig an Gemüse und Kartoffeln scheint es in Schramberg nicht zu mangeln, daher können letztere zu einem fairen Preis an die Einwohnerschaft abgegeben werden. Dennoch resultiert aus dieser Auflistung, dass die zur Verfügung stehenden Nahrungsmittel knapp sind. Dem ungeachtet wird die Mehlmenge pro Person zum 01. Februar weiter gesenkt. Die Reichsgetreidestelle gibt bekannt, dass jeder Person pro Tag 200 g Mehl zustehen. Das Ministerium des Inneren des Königreichs Württemberg senkt das Kontingent auf 175 Gramm pro Person ab, um so Schwerarbeitern eine Zulage gewähren zu können. Umso wichtiger wird im Winter 1916 die Arbeit des Hilfsausschusses, über den weite Teile des täglichen Grundbedarfs der Bevölkerung gedeckt werden können: So sichert er die Versorgung der gesamten Einwohnerschaft mit Eiern und Tafelbutter von Januar bis März 1916. Ferner gibt er an bedürftige Personen Briketts und die mit fortschreitender Dauer des Winters knapp gewordenen Kartoffeln zum rationierten Preis von 1 bzw. 3 Mark pro Zentner ab[25].

Im März 1916 sieht sich die Bevölkerung Schrambergs einer weiteren Einschränkung eingesetzt: zum 9. März 1916 wird die Butter- und Fettabgabe, wie die Brotabgabe durch Bezugskarten reguliert. Jeder Person stehen demnach 500 Gramm Fett pro Monat zur Verfügung, wöchentlich also 125 Gramm. Begründet wird diese Maßnahme im „Schwarzwälder Tagblatt“ unter anderem mit dem ansteigenden Verbrauch an Butter, da diese „von Privaten unerlaubterweise nach auswärts gesandt wurde.“[26] Im Folgemonat werden in Schramberg darüber hinaus Fleischkarten eingeführt. Wie der Ankündigung im „Schwarzwälder Tagblatt“ zu entnehmen ist, ist jede Person über sechs Jahre zum Bezug von 3520 Gramm pro Monat berechtigt[27]. Auf Grund der Reglementierung der Nahrungsmittel ist die Bevölkerung zu eigenem Handeln aufgerufen. So sind die Zeitungsausgaben des Frühjahrs 1916 von Anleitungen zum Gemüse- und Obstanbau geprägt, da der Anbau im eigenen Garten Familien von der lokalen Höchstpreispolitik unabhängig macht. Die in den Artikeln veröffentlichten Ratschläge aus dem Grund nötig, da viele Einwohnerinnen und Einwohner auf Grund ihrer Tätigkeit in einer der Schramberger Fabriken über keine Kenntnisse im Gartenbau verfügen und daher einer Anleitung bedürfen. Ein weiterer Vorschlag, der der Bevölkerung unterbreitet wird, ist der, Milchziegen im eigenen Garten zu halten, da diese unkompliziert in ihrer Haltung seien und die Milch deutlich nahrhafter und gesünder als die einer Kuh sei[28]. Neben den sonst üblichen Rezepten, die den Hausfrauen bei der Erstellung von nährreichen und schmackhaften Mahlzeiten Hilfestellung leisten, erscheint eine Anleitung zur Verwendung von Maikäfern:

1916 Maikäfersuppe.jpg

Entgegen der Bemühungen seitens der Hausfrauen beim Kochen oder beim eigenen Ackerbau kann nicht soviel eingespart bzw. angebaut werden, als dass die bestehenden Beschränkungen aufgehoben werden könnten. Dennoch akzeptiert die Schramberger Bevölkerung diese ohne Widerspruch, während die unzureichende Ernährung in weiteren Gebieten des Deutschen Reiches zu Streiks und Kundgebungen gegen den Krieg führt. Als Reaktion auf die Proteste wird am 22. Mai 1916 in Berlin die Schaffung des sogenannten Kriegsernährungsministerium beschlossen, welches die Arbeit der einzelnen Landesbehörden zentral koordinieren soll. Die Meldung über die Schaffung des Ministeriums in Berlin wird im „Schwarzwälder Tagblatt“ am 27. Mai 1916 bekannt gegeben und dort nicht weiter beachtet oder kommentiert. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass die Versorgung der Schrambergerinnen und Schramberg, wie bereits dargestellt, gut organisiert ist. Darüber hinaus formiert sich am 17. Mai 1916 ein weiterer Ausschuss, die sogenannte „Nahrungsmittelkommission“:

[...] Die Kommission, bestehend aus Gemeinderat Hüppchen und Würz und den Mitgliedern des Bürgerausschusses Schinle und Staiger unter dem Vorsitz von Ratsschreiber Biegert greift über all, wo notwendig ist, handelnd zur Behebung der Lebensmittelnot ein und sorgt so für eine gerechte und gleichmäßige Verteilung. [...][29]

So bildet sich neben dem Hilfsausschuss eine weitere Gruppierung, die sich um die Versorgung der Schramberger Bevölkerung bemüht. Dabei übernimmt die Nahrungsmittelkommission die Arbeit des Hilfsausschusses: Sie versorgt sowohl die Bevölkerungsteile, die Unterstützung beantragt haben als auch diejenigen, die nicht von der Stadt unterstützt werdne. Erstere erhalten die Nahrungsmittel weiterhin zum subventionierten Preis. Wie auch schon der Hilfsausschuss gibt die Nahrungsmittelkommission die Abgabe der Lebensmittel per Annonce bekannt. Dennoch löst sich die Hilfsausschuss nicht auf, sondern widmet sich anderen gemeinnützigen Arbeiten, wie der Sammlung von Lumpen oder Altpapier. Die Existenz der beiden Vereine sowie die ausreichende Nahrungsmittelversorgung der Schramberger Bevölkerung lässt darauf schließen, dass die Einrichtung des Kriegsernährungsamt in Berlin in Schramberg nicht die selbe Resonanz und Hoffnung hervorruft wie in den Gebieten des Reiches, in denen sich die Versorgung der Bevölkerung schlechter darstellt. Neben den öffentlichen Vereinen tritt auch Arthur Junghans, der Eigentümer der Gebrüder Junghans AG als Wohltäter hervor. In Anbetracht der Milchknappheit, die dazu führt, dass selbst die Versorgung von Kleinkindern und Stillenden nicht mehr gewährleistet werden kann, kaufter auf eigene Kosten sechs Milchkühe aus der Schweiz und lässt diese in Stallungen auf seinem Firmengrundstück unterbringen, umso einen zukünftigen Versorgungsengpass zu umgehen. Dennoch ist hierbei zu beachten, dass Junghans mit der Produktion von Bombenzündern für die Rüstungsindustrie viel Geld einnimmt und somit auch zu den Kriegsgewinnern zählt.

All diesen privaten und öffentlichen Bemühungen zum Trotz ist die Ernte des Jahres 1916 in Gefahr. Auf einen nasskalten Juni, in dem es sogar zu Nachtfrost kommt, folgt ein ebenso regnerischer Juli:

Die ewigen Niederschläge dieses Sommers geben nachgerade zu ernsten Bedenken Veranlassung, da unter solchen Umständen die Getreideernte, ein Hauptfaktor in unserem Volkswirtschaftsleben, bereits ernstlich gefährdet wird. Ist doch der Roggenhalm bereits gelb geworden, die Wurzel ist abgestorben, allein die Aehre vermag sich, nachdem sie infolge des ewigen Regens schon recht zögernd verblühte, nicht gehörig zu entwickeln und die Körner zu reifen. [...][30]

Die Ernte wird wie in den Jahren zuvor mit Unterstützung von Schulkindern, Kriegsgefangenen und Fabrikarbeitern in den Monaten August und September eingebracht. Wie bereits im Juli befürchtet fällt die Ernte auf Grund des regnerischen Sommers deutlich geringer als die des Vorjahres aus. Verstärkt wird dies durch den Mangel an Düngemittel, deren Grundsubstanzen für die Rüstungsindustrie benötigt wird und dem Mangel an Arbeitstieren und Maschinen, die ebenfalls zum Kriegseinsatz herangezogen werden. Vor allem die Kartoffelernte des Jahres 1916 fällt im Vorjahresvergleich deutlich geringer aus. Um dennoch die Ernährung der Bevölkerung zu sichern, wird die Kohlrübe als Kartoffelersatz angepriesen:

Kohlrübe statt Kartoffel. Der geringe Ausfall der letzten Kartoffelernte nötigt dazu, Ersatzmittel heranzuziehen. Als solches eignet sich in hohem Grade die Kohlrübe. Sie ist zwar wasserreicher als die Kartoffel, hat aber den Vorteil, daß sie sich bequemer zubereiten läßt, weniger kostet, durch Frost nicht leidet und in großer Menge beschafft werden kann. [...][31]

Dieser Vorschlag, der der Bevölkerung am 18. November über die Tageszeitung unterbreitet wird, wird am 30. November per Verordnung des Oberamtes Oberndorf zur Pflicht: Die Kartoffelvorräte müssen mittels Bodenkohlraben „gestreckt“ werden. Dazu wird anstatt einem Pfund Kartoffeln zwei Pfund Bodenkohlraben an die Bevölkerung ausgegeben. Bedürftige bezahlen dabei 2 Mark pro Zentner, die Allgemeinheit 3 Mark[32].

1917

Dennoch spitzt sich die Ernährungslage der Schramberger Bevölkerung immer weiter zu und sie hungert wie die Bevölkerung im gesamten Reich. Verstärkt wird dies durch den erhöhten Bedarf an Lebensmitteln aufgrund der hohen Zahl an Schwerarbeitern, da Schramberg zum einen zum landwirtschaftlich geprägten Raum zu zählen ist, deren Arbeiter Schwerarbeit verrichten, und zum anderen viele Personen in der Rüstungsindustrie angestellt sind, da vor allem in der Fabrik „Gebrüder Junghans AG“, und somit ebenfalls zu den Schwerarbeitern zu zählen sind. Auf Grund mangelnder Versorgungslage beschließt der Gemeinderat und Bürgerausschuss in seiner Sitzung am 18. Januar Folgendes:

"Im Zusammenhang mit dem Hilfsausschuss wurde auch das Nahrungsmittelamt errichtet, da beie Arbeiten eben eng miteinander verbunden sind. Da die Zufuhren der notwendigen Lebensmittel immer mehr fehlten und in gar keinem Verhältnis zur Nachfrage standen, musste die Stadtverwaltung ganz umfangreich eingreifen. Das Lebensmittelamt hat die Aufgabe, alles das zu beschaffen, was die täglichen Bedürfnisse erfordern, das Hereingebrachte richtig unter die Einwohner zu verteilen und so ausgleichend zu wirken.

Als Vorstand und Geschäftsführer sowie als Vorsitzender der hierfür bestellten Kommission wurde Biegert berufen.

Wie schon oben erwähnt, beschafft das Nahrungsmittelamt alle dringend erforderlichen Lebensmittel für die täglichen Bedürfnisse der Einwohnerschaft. Erwähnt sei die Beschaffung von Milch, Kartoffeln, Obst und Gemüse, Butter, Käse, Eier, Kakao, Marmelade, Hülsenfrüchte, Mühlenfabrikate, Kaffee, Teigwaren Zucker u. a. Der Kommunalverband liefer wohl einen großen Teil dieser Lebensmittel und hat das Nahrungsmittelamt eigentlich nur die Verteilung vorzunehmen. Ausserdem für Schramberg auch für die umliegenden Gemeinden Aichhalden, Hardt, Lauterbach, Mariazell, Seedorf, Sulgau und Sulgen. Auch diese Lebensmittel müssen immer wieder angefordert werden, da eben die Vorräte zurückgehalten werden und nur dorthin geworfen werden, wo tätsächlich Mangel herrscht".[33]

Somit ist das Nahrungsmittelamt nun offiziell mit der Organisation der kompletten Ernährung der Schramberger Bevölkerung beauftragt, wie aus obiger Aufzählung an Nahrungsmitteln hervorgeht. Mit der Verteilung ist nach wie vor die Nahrungsmittelkommission beauftragt, welche die gerechte Verteilung über ein Kartensystem organisiert. Die Abgabetermine der Nahrungsmittel gibt die Nahrungsmittelkommission in der Tagespresse bekannt:

1917 Eierabgabe .jpg

Basis für die Zentralisierung der Lebensmittelabgabe sind Lieferverträge, die zwischen Kommunalverbund und Landwirten abgeschlossen werden. Im Dezember 1916 schlägt der Präsident des Kriegsernährungsamts Adolf von Batocki-Friebe den Kommunalverbänden vor, mit den Erzeugern Lieferungsverträge abzuschließen. Diese haben für beide Seiten Vorzüge: Die Kommunalverbände sichern sich somit die Kontingente, die sie zur Versorgung der Bevölkerung benötigen, während die Verträge den Landwirten gleichzeitig zusichern, die Ware zum ausgehandeltem Preis abzunehmen, auch im Fall einer Höchstpreiseinführung. Ebenso wird ihnen zugesichert von Enteignungen oder Beschlagnahmungen abzusehen. Rechtlich wird dies durch einen Erlass des Kriegsernährungsamts vom 9. Januar 1917 ermöglicht. Landwirte, die solche Verträge nicht abschließen, werden dazu gezwungen, ihre Nahrungsmittel nach Abzug ihres persönlichen Verbrauchs, der ebenfalls limitiert ist, an den Kommunalverbund abzugeben, da diese Nahrungsmittel sofort nach der Ernte von diesem beschlagnahmt sind. Trotz der Abkommen und Beschlagnahmungen ist Schramberg im Jahr 1917 unterversorgt, wie die verschiedenen Eingaben des Nahrungsmittelamts an das Oberamt in Oberndorf belegen[34]. Auf Grund dieser umfassenden Regelung zur Sicherstellung der Ernährung geht die Anzahl an Bekanntmachungen in der Tageszeitung zurück, die in den Jahren zuvor neue Rationierungen oder die Einführung neuer Maßnahmen verkündet haben. Die Lieferverträge sichern den Kommunalverbänden zwar die Lieferung von Nahrungsmitteln zu, Voraussetzung für eine ausreichende Versorgung ist dennoch eine ertragreiche Ernte. Darauf hofft die Bevölkerung im Frühjahr und Sommer 1917. Dennoch wird im Juni eine bessere Ernte wie im letzten Jahr prognostiziert, dennoch nicht so ertragreich wie erhofft.

Meldung zur Obsternte

Entgegen dieser Prognosen fällt vor allem die Kartoffelernte des Jahres 1917 deutlich besser als die des Vorjahres aus. Aus allen Teilen, wie im „Schwarzwälder Tagblatt“ zu lesen ist, sei zu hören, dass die Kartoffelernte außerordentlich gut ausgefallen sei[35]. Daher ist es möglich, pro Person mit 3,5 kg Kartoffeln pro Woche eine größere Ration zuzuweisen als im Jahr zuvor, weswegen die Bevölkerung dieses Jahr nicht im Maße wie im Vorjahr unter Hunger zu leiden hat. ist es möglich, pro Person mit 3,5 kg Kartoffeln pro Woche eine größere Ration zuzuweisen als im Jahr zuvor, weswegen die Bevölkerung dieses Jahr nicht im Maße wie im Vorjahr unter Hunger zu leiden hat.

1918

So kann die Nahrungsmittelkommission im Winter 1917 / 1918 ihre Arbeit fortsetzen. Wie aus den regelmäßigen Abgabeterminen von Kartoffeln und Gemüse schließen lässt, ist die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln weitestgehend sicher gestellt. Dennoch fehlen in Schramberg viele Nahrungsmittel, weswegen sich einige Bürger anonym in einem Leserbrief an die städtische Nahrungsmittelkommission wenden:

An die städtische Nahrungsmittelkommission richten wir die höfl. Bitte, dafür besorgt zu sein, daß mehr Lebensmittel für die städt. Bevölkerung, namentlich für den Teil, der nicht zu den Schwer- und Schwerstarbeitern gehört zur Verteilung zu bringen. Marmelade kam überhaupt noch nicht zur Ausgabe. Nun wurde seinerzeit von der Reichsversorgungsstelle bekannt gegeben, daß heuer besonders viel Marmelade erzeugt wurde. Wenn damit das Volk nicht angelogen wurde, muß doch auch mal für Schramberg welche zu bekommen sein. Hülsenfrüchte bzw. Teigwaren und Suppeneinlagen stehen selten in der Zeitung. Fett, außer der allmonatlichen geringen Butterabgabe, hat es seit einem halben Jahr nicht mehr gegeben. Das einzige, was noch ausgeschrieben wird, ist magerer Käse. Wir möchten die verantwortlichen Stellen noch auf folgendes aufmerksam machen: Schweinefleisch war seit September nicht mehr zu haben. In letzter Zeit sind die Metzgerläden während der ganzen Woche geschlossen und erhält das Publikum nun mehr für den Sonntag Fleisch. Mehl zum Kochen wird nur einmal im Monat in einer ganz geringen Menge ausgegeben. Wurst ist ein Artikel geworden, der nur mehr in der Erinnerung lebt. Wenn man dagegen sieht, wie es möglich ist, den Schwerarbeitern von Zeit zu Zeit mit Lebensmitteln auszuhelfen, so ist die oben ausgesprochene Bitte gewiß nicht unberechtigt, zumal auch die Nicht – Schwerarbeiter nicht auf der faulen Haut liegen. Mehrere Bürger“[36]

Dieser Bitte entsprechend ist es dem Nahrungsmittelamt möglich, in den Monaten April und Mai Rindfleisch für die Bevölkerung zu organisieren und dieses gemäß den Lebensmittelkarten zu verteilen. Gleichwohl bedeutet die angekündigte Abgabe dieser Produkte nicht, dass diese auch für die Bevölkerung erschwinglich sind. Wie aus den Preisangaben der Bekanntmachungen zu entnehmen ist, kosten 500g Butter 1917 noch 2,40 Reichsmark, während im Jahr 1918 für die selbe Menge 2,90 Mark bezahlt werden müssen. Ebenso steigt der Preis für 500g Marmelade im gleichen Zeitraum von 0,90 auf 0,92 Reichsmark an. Allgemein lässt eine Preissteigerung von 34% ausmachen:

Nahrungsmittelpreise 1917 und 1918.png

Im Jahr 1918 sind viele Haupternährer als Soldaten an der Front oder bereits gefallen, sodass ihr Einkommen wegfällt und die Familien auf die Unterstützung durch die Stadtverwaltung angewiesen sind. Auf Grund der ansteigenden Preise beschließt der Gemeinderat und der Bürgerausschuss in seiner Sitzung am 26. September 1918 die Erhöhung der Witwen- und Soldatenfamilienunterstützung. Als weitere zusätzliches Einkommen, besteht für viele Frauen und Mädchen die Möglichkeit, in einer der Schramberger Fabriken eine Anstellung zu finden, da die dort fehlenden Männer durch sie ersetzt werden, um so die Produktion weitestgehend zu sichern. Dennoch ist davon auszugehen, dass die finanziellen Mittel, die einer Familie zur Verfügung stehen, wohl kaum für den Kauf von Lebensmitteln ausreichend sind. Daher mehren sich im Jahr 1918 die Berichte über Felddiebstähle, da die Bevölkerung ihren Tagesbedarf auf regulärem Weg kaum zu decken vermag.

Ein weiterer Einschnitt in die Ernährung der Schramberger Einwohnerschaft ist die Reduzierung der Fleischration von 250 g pro Woche auf 150 g pro Woche und Person zum 1. August 1918. Zusätzlich zu dieser Maßnahme wird die sogenannte „fleischlosen Woche“ eingeführt, welche am Sonntag, 4. August bekannt gemacht wird. Auf je zwei Wochen, in denen Fleisch konsumiert werden darf, folgt eine Woche, in der es allen außer Schwerarbeitern untersagt ist, Fleisch- und Wurstwaren zu essen. Die erste fleischlose Woche beginnt am 19. August. Während der fleischlosen Wochen wird im Gegenzug die Ration der anderen Lebensmittel, wie Brot, Kartoffel o. ä. erhöht. Diese Einteilung des Monats in Wochen, in denen Fleisch gegessen werden darf und in fleischlose Wochen, wird bis zum Ende des Krieges am 9. November 1918 fortgesetzt.

Die immer kleiner werdenden Rationen und die vielseitigen Einschnitte in die Ernährung der Bevölkerung machen deutlich, dass es der Bevölkerung immer schwerer wird, den Kriegsalltag zu bestehen, da sie obwohl die Lebensmitteleinheiten ständig reduziert werden, körperlich harte Arbeit zu erledigen haben. So müssen die Familien die Gärten und Äcker bestellen und gleichzeitig in einer Fabrik für die Rüstungsindustrie arbeiten, während sie nicht ausreichend mit Nährstoffen und Kalorien versorgt sind, woraus eine im gesamten deutschen Reich eine gewisse Kriegsmüdigkeit resultiert.

Die Stadt und ihre Gefallenen

Über die Anzahl der eingezogenen Soldaten gibt es keine gesicherten Angaben, jedoch kann davon ausgegangen werden, dass etwa 2 500 Schramberger am Ersten Weltkrieg teilnehmen, wovon mit 430 Soldaten etwa 1/5 nicht mehr nach Schramberg zurück kehren. Die Gedenkkultur, die sich im Jahr 1914 herausbildet, setzt sich während des gesamten Verlaufs des Krieges fort. Ergänzt wird diese um Veranstaltungen wie die des Jahres 1917, als die Anzahl der Gefallenen stark ansteigt, und so die Bevölkerung für den weiteren Krieg motiviert werden muss. Wie in vielen weiteren deutschen Städten ist auch die Schramberger Bevölkerung bereits während des Krieges um einen Denkmalbau für die Gefallenen bestrebt, welcher im Jahr 1919 durchgeführt wird.

1914

Bevor der erste gefallene Soldat aus Schramberg gemeldet wird, geht die Meldung über den ersten Verwundeten ein: Wie dem „Schwarzwälder Tagblatt“ zu entnehmen ist, erreicht Schramberg diese am Freitag, 14. August 1914. Karl Trick sei in der Schlacht bei Mühlhausen durch einen Schuss in die Ferse verletzt worden und läge bei guter Verpflegung im Lazarett in Colmar[37]. Trick ist somit der erste Schramberger Soldat, der im Krieg verwundet wird. Seine Verwundung wird in einer eigenständigen Zeitungsnotiz verkündet, während alle folgenden Verwundeten in der Rubrik „Verlustliste“, die mit der Ausgabe von Dienstag, 25. August täglich in der Zeitung erscheint, veröffentlicht. So erhält die Bevölkerung Aufschluss über die Art der Verletzung und den Verbleib des Soldaten. Die Liste enthält neben den Verwundeten der Stadt Schramberg auch die der Umlandgemeinden.

Am 22. August 1914 erreicht Schramberg die Nachricht des ersten gefallenen Soldatens. Wie den offiziellen Gefallenenlisten[38] zu entnehmen ist, fällt David Fichter bereits am 9. August 1914 bei Sennheim im Elsass, dem heutigen Cernay. In der Tagespresse wird die Nachricht des ersten gefallenen Kriegsteilnehmer der Stadt ebenfalls vermeldet:

„Den Heldentod fürs Vaterland erlitt bei dem Gefecht von Mühlhausen – Sennheim am 9. August auch ein Schramberger, der Sohn Tobias des Landwirts David Fichter von Finsterbach. Er hat den Kampf gekämpft und ruhmreich vollendet; möge ihn dafür die Krone des ewigen Lebens zieren.“[39]

Todesanzeige des ersten Gefallenen

Zu Kriegsbeginn dauert es etwa zehn Tage bis die Todesnachricht die Angehörigen erreicht, wie aus der Differenz des Todesdatums, das dem Gefallenenverzeichnis zu entnehmen ist, und der nach eintreffender Todesnachricht erscheinenden Anzeige ersichtlich ist.

Ab September 1914 wird für alle gefallenen Soldaten gemeinsamer Trauergottesdienst gehalten:

„Nachdem schon zwei Kriegerrequiem für Gefallene unter überaus zahlreicher Beteiligung gehalten worden sind, gibt das Stadtpfarramt bekannt, das für alle Arten Helden je ein Seelenamt gehalten werden soll. Im Einvernehmen mit Organist und Sängerpersonal sind diese beiden Gottesdienste gebührenfrei.“[40]

In einer kurzen Notiz im Lokalteil des „Schwarzwälder Tagblatt“ wird jede Woche bekannt gegeben, für wen der Gottesdienst gehalten wird. Die Gottesdienste setzen sich bis zum Kriegsende fort.

1915

Ab 1915 wandelt sich die Art der Berichterstattung: In den Notizen des Jahres 1914 klingt bereits die Glorifizierung des Soldatentodes an der Front an, unter anderem durch die Bezeichnung „Heldentod“, die in jeder einer solchen zu finden ist. In den Todesmeldungen des Jahres 1915 wird diese weiter verstärkt, wie aus dem folgenden Auszug ersichtlich ist:

„Wieder hat ein tapferer junger Krieger sein Leben dem Vaterlande opfern müssen. In den letzten Kämpfen in den Vogesen fiel dieser Tage Herr Kaufmann Otto Micheler aus Kempten, bei der Hamb.-Amerik. Uhrenfabrik hier, Ritter des Eisernen Kreuzes, der als Offiziers-Stellvertreter im Felde stand. Schon zu Beginn des Krieges zeichnete er sich durch besondere Tapferkeit aus, die in der Verleihung des Eisernen Kreuzes ihre Annerkennung fand. Ziemlich schwer verwundet, kaum genesen, wieder zu seiner Truppe, um nun den Heldentod zu finden. Dem allgemein beliebten, vielversprechenden strebsamen jungen Manne wird ein ehrendes Gedenken bewahrt bleiben!“[41]

Im Allgemeinen nimmt die Anzahl der Einträge in die Verlustliste, der Todesmeldungen und -anzeigen im 1. Halbjahr 1915 ab, was unter anderem damit begründbar ist, dass die deutsche Armee in diesem Jahr erfolgreiche Feldzüge gegen die Entente führt. Die wöchentlichen Gedenkgottesdienste finden dennoch statt, oft wird die Messe dabei nur für einen verstorbenen Soldaten gefeiert. Auch in den Sommermonaten des Jahres 1915 bleibt die Zahl der Gefallenen, die aus Schramberg stammen gering. Wie aus dem „Verzeichnis der Gefallenen des Ersten Weltkrieges aus Schramberg“ ersichtlich wird, sterben im 1. Kriegsjahr bis zum 10. August 1915 insgesamt 126 Soldaten.

1916

Mit Beginn der Schlacht um Verdun am 21. Februar 1916, steigt die Zahl der gefallenen Kriegsteilnehmer aus Schramberg leicht an: allein in dieser Schlacht müssen im Monat März sieben Schramberg ihr Leben lassen. Die Zeitungsmeldungen über sie sind im Vergleich zu den bisher erschienen Meldungen emotionaler und aus diesem Grund umfangreicher. Neben den Informationen über Zeitpunkt und Ort des Todes, findet nun auch die Reaktion der Angehörigen Einzug in die Zeitungsmeldung:

Heldentod 1916.jpg

Insgesamt fallen in der „Schlacht um Verdun“ zehn Schramberger Soldaten, wie aus dem Gefallenenverzeichnis hervorgeht. Alle an der Front gefallenen Soldaten, darunter auch diejenigen, die in den großen Schlachten des Jahres 1916 sterben, werden nicht in ihre Heimatstadt überführt, sondern werden am Ort ihres Todes beerdigt. Im Gegensatz dazu können die Leichname derer, die in einem Lazarett auf deutschem Gebiet verscheiden, zu den Angehörigen überführt und auf dem heimischen Friedhof beerdigt werden. Ihre Beisetzungen stoßen auf große Anteilnahme in der Bevölkerung, da diese die einzige Möglichkeit darstellen, einem gefallenen Soldaten die letzte Ehre zu erweisen, weswegen sie Beispielcharakter für alle anderen Gefallenen haben, die nicht von ihren Angehörigen beerdigt werden können.

Der Ablauf einer solchen soll nun an einem Beispiel ausgeführt werden, das stellvertretend für alle Soldatenbeerdigungen, die während des Krieges in Schramberg stattfinden, steht. Verstirbt ein Soldat im Lazarett, so wird sein Tod in der gleichen Form wie bereits beschrieben in der Tagespresse verkündet, ebenso wie Zeit und Ort der Begräbnisfeier. So wird der Leichnam des Soldaten Karl Grater, der im Lazarett Ludwigsburg seinen Verletzungen erliegt, zurück nach Schramberg gebracht und dort am 13. März 1916 beerdigt. Wie in den Berichten der Tagespresse über die Beerdigungen zu lesen ist, nehmen neben den Angehörigen auch der Militärverein, die Feuerwehr und weitere Vereine an der Beisetzung Graters teil. Die Gestaltung einer Beerdigung eines Soldaten setzt sich von der eines natürlichen Todes gestorbenen Einwohner ab, gemeinsam haben sie dabei lediglich die Aussegnung durch einen Geistlichen. Bei der Beerdigung eines Gefallenen schließt sich dem religiösen Teil eine Kranzniederlegung verschiedener Vereine in Anwesenheit ihrer Fahnen an, die je nachdem auch von der Stadtmusik, dem örtlichen Musikverein, musikalisch umrahmt wird.

Im Vergleich zu den gefallenen Söhnen der Stadt in der „Schlacht um Verdun“, in der zehn Schramberger ihr Leben lassen müssen, sterben in der Schlacht an der Somme, die auf europäischer Ebene für alle Kriegsparteien die Verlustreichste ist, auch eine deutlich höhere Anzahl an Schramberger Kriegsteilnehmern: Wie aus dem Gefallenenverzeichnis ersichtlich wird, fallen in dieser Schlacht insgesamt 34 Soldaten. Vor allem in den Monaten Juli und August des Jahres 1916 steigt daher die Anzahl an Zeitungsnotizen von gefallenen Soldaten und deren Todesanzeigen.

Neben der mittlerweile hohen Anzahl an verstorbenen Schramberger Soldaten verlieren manche Familien bereits mehrere Söhne, so wie beispielsweise die Familie Trost. Am 13. Mai 1915 verstarb ihr Sohn Georg bei Egelfing, nahe München und am 4. August 1916 erreicht Schramberg die Meldung, dass Emil Trost am 26. Juli 1916 seinem Bruder in ein besseres Jenseits gefolgt sei[42]. Somit verlieren die Eltern die beiden einzigen Kinder, wie auch Familie Fehrenbach, die ihren einzigen Sohn Josef durch die Kämpfe am 15. August 1916 an der Somme verlieren. Auf Grund der hohen Anzahl an Todesmeldungen und der Tatsache, dass einige Familien bereits mehrere oder teilweises den einzigen Sohn verloren haben, wird das Thema im Lokalteil der Tagespresse aufgegriffen:

Der letzte Sohn.jpg

Die Hoffnung, dass der letzte Sohn verschont werden soll, erfüllt sich nicht. Im Jahr 1917 zwei Soldaten aus Familien, die bereits einen oder mehrere Söhne im Krieg verloren haben:

„Heldentod. In einem Lazarett in Stuttgart starb gestern der Schütze Alfons Hinteregger einer Gebirgsmaschienengewehrabteilung, Sohn der Frau Witwe Hinteregger hier, Mitglied des katholischen Gesellenvereins. Der tapfere Held, welcher die Kämpfe in Mazedonien mitgemacht hatte, erlitt im Wesen eine Gasvergiftung, an deren Folgen er nach längerer Krankheit verschieden ist. Der schmerzerfüllten Witwe, welche nun mehr den zweiten Sohn dem Vaterland opferte, wird allgemeine Teilnahme entgegengebracht; dem wackeren Helden ein ehrendes Gedenken bewahrt.“[43]

1917

Mit insgesamt 77 Gefallenen stellt deren Anzahl im Jahr 1917 die höchste des bisherigen Kriegsverlaufs dar. Dem Problem der größer werdenden Zahl an Kriegsgefallenen kann sich auch Schramberg nicht entziehen. Der Weg der Heroisierung des Todes wird auch in Schramberg beschritten:

„Der Gefallenentod wurde mit dem Fortgang des Krieges und mit der immer größer werdenden Zahl von Kriegsopfern zu einem Problem, das Erklärung und Sinngebung erheischte. Die Heroisierung des Todes an der Front war ein Weg, die Realität des Sterbens zu verdrängen, um so den Hinterbliebenen in der Heimat den Verlust des Angehörigen erträglich erscheinen zu lassen.“[44]

Darüber hinaus steigt mit der Anzahl an Todesnachrichten aus dem Feld auch die Anzahl an patriotischen Vorträgen und Filmvorführungen. Dabei tritt Arthur Junghans, Besitzer der Uhrenfabrik „Gebrüder Junghans AG“, die ihre Produktion von Uhren auf Bombenzünder umgestellt haben, besonders hervor. Im Monat August des Jahres 1916 organisiert er den amtlichen Film „Die Schlacht an der Somme“, zu dessen Vorführungen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seiner Fabrik sowie Schulklassen kostenlosen Zugang haben. Wie berichtet wird, stößt der Film auf reges Interesse innerhalb der Bevölkerung.

So wird auch vom 21.-23. September ein weiterer Kriegsfilm mit dem Titel “Stolz weht die Fahne schwarz – rot – weiß“[45], der über den Seekrieg informiert, in Schramberg aufgeführt, den ebenfalls viele Einwohnerinnen und Einwohner Schrambergs ansehen. Zusätzlich findet am Samstag, 6. Oktober 1917 ein Kriegsvortrag mit dem Titel „Unsere Lage, Aufgabe und Aussichten im 4. Kriegsjahr“ statt, der jedoch von der Einwohnerschaft nicht gut besucht wird „wohl infolge der unbegründeten Furcht, sie könnten sonst zur Zeichnung von Kriegsanleihen genötigt werden.“[46] Aus diesem Grund ist der Lokalteil der Ausgabe vom 9. Oktober 1917 von der Berichterstattung über den Vortrag geprägt, um somit die ferngebliebene Bevölkerung über die Aussagen des Referenten Prof. Dr. Gundermann zu informieren.

1918

Insgesamt fallen bis zum Kriegsende am 8. November 1918 insgesamt 111 aus Schramberg stammende Soldaten. Nach Kriegsende herrschte in vielen Familien Unklarheit über den Verbleib ihrer eingezogenen Angehörigen. Daher sehen sie sich gezwungen Nachforschungen über deren Verbleib anzustellen, wie diverse Eingaben an das „Rote Kreuz“ belegen.[47]. Insgesamt fallen dem Ersten Weltkrieg 430 Schramberger Soldaten auf den Schlachtfeldern zum Opfer, davon allein 230 auf damaligem französischem Gebiet.

Einrichtung eines Ehrenmals

Zum Gedenken der Gefallenen wird 1919 die Errichtung eines Ehrenmals in Auftrag gegeben. Entworfen ist dies von dem Schramberger Architekt Otto Ernst Schweizer, der in seinem weiteren Leben durch seine Bauwerke, darunter auch das Frankenstadion und das Arbeitsamt Nürnberg, zu Ansehen auf nationaler Ebene gelangt. 1920 wird das sogenannte „Ehrenmal“, welches in den städtischen Friedhof integriert ist, fertig gestellt.

Das zentrale Element des Ehrenmals ist der ca. 4 m hohe Muschelkalkstein mit der Inschrift: „Den toten Helden 1914-1918 1939-1945“. Das bereits 1920 für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs erbaute Ehrenmal wird 1955 um die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs erweitert. Dabei wird es in seiner Grundstruktur nicht verändert, lediglich die Stützmauer und die Treppen, die oben zu sehen sind, werden im Rahmen dieser Baumaßnahme errichtet[48]. Schweizer berücksichtigt bei der Erstellung des Ehrenmals die für den Zeitgeist dieser Epoche üblichen Merkmale, darunter die Integration eines großen Steines in das Mahnmal. Man hielt große Feldbrocken oder Findlinge als Mahnmale für besonders geeignet, weil sie die Urkraft am überzeugendsten symbolisierten[49]: „Gewaltige Felsblöcke als Ausdruck des deutschen Schicksals.“[50]

An den Mauern neben dem Felsblock und an der linken und rechten Seitenmauer sind mit Goldfarbe die Vor- und Nachnamen der Gefallenen, geordnet nach Land und Todesdatum, verzeichnet. Auf den im Vordergrund zu sehenden Bronzetafeln sind die Namen der im Zweiten Weltkrieg Gefallenen eingelassen.

Neben der Erinnerung an die Gefallenen der Weltkriege fungiert das Ehrenmal des Weiteren auch als Soldatenfriedhof. Wie aus den dem Friedhofsplan hervorgeht, sind die Kreuze Grabsteine von an dieser Stelle beerdigten Soldaten. Auf ihnen ist Name und Todesjahr des Gefallenen verzeichnet. Wie bei der Durchsicht der Namen auffällt, sind die 23 hier beerdigten Männer aus dem Ersten Weltkrieg häufig in einem Lazarett in Deutschland verschieden, wodurch ihre Überführung nach Schramberg möglich ist.

Das Kriegsende

Ausrufung der Republik

Das nahende Kriegsende deutet sich in der Überschrift des „Schwarzwälder Tagblatt“ vom 8. November 1918 an:

Kriegsende Überschrift.jpg

Des Weiteren wird in dieser Ausgabe über die mögliche Abdankung des Kaisers diskutiert. Auch in der Ausgabe vom 9. November 1918 wird ausführlich über die Waffenstillstandsverhandlungen berichtet, sodass dem Abendbericht zu entnehmen ist:

„Berlin, 7. Nov., abends, amtlich. An der Westfront ruhiger Tag“[51].

Darüber hinaus wird über „revolutionäres Treiben in Norddeutschland“ geschrieben: Aus den Städten Bremen, Hamburg, Cuxhaven und Kiel wird von Aufständen und sozialdemokratischen Demonstrationen berichtet, vor allem aus Hamburg ist von gewalttätigen Übergriffen der Aufständischen auf die Bevölkerung die Rede:

„An mehreren Stellen der Stadt sind Misshandlungen und Morde vorgekommen, u. a. drangen Aufständische in eine Wohnung der Lincolnstraße ein, aus der auf herumziehende Soldaten geschossen worden sein sollte und töten zwei Frauen als angeblich Schuldige, indem sie ihnen die Kehle durchschnitten.[52]

Bereits am Folgetag, Sonntag, den 10. November, wird die Ausdehnung der Aufstände auf das gesamte deutsche Reich vermeldet: Sowohl aus München, Braunschweig und auch aus Stuttgart wird von sozialdemokratische Kundgebungen berichtet. Darüber hinaus wird die Abdankung des Kaisers verkündet. Die Meldungen sind Anlass in der Zeitung eine Aufforderung an die Bevölkerung zu richten:

„Die letzte Viertelstunde. Es kommt jetzt alles darauf an, daß die letzte Viertelstunde, die dieser Krieg noch währen wird, nicht alles verdirbt, was in der vergangenen Zeit geleistet worden ist. Vor allem darf auch das nicht verdorben werden, was während der letzten Wochen durch das deutsche Volk erreicht wurde: die junge Demokratie. Dies alles aber und mehr als das, das Dasein des deutschen Volkes überhaupt, das Dasein jedes Einzelnen steht auf dem Spiel, wenn jene Mächte die Überhand gewinnen sollten, gegen die sich auch der letzte Aufruf der Volksregierung wendet. Das Gespenst des Bolschewismus reckt sich empor. Es darf in Deutschland nicht Fleisch und Blut gewinnen. Dass dies vermieden wird, dazu ist mancherlei notwendig, aber vor allem das eine, was der Aufruf der Volksregierung von jedem Einzelnen fordert: Ruhe und sachliches Verstehen in der letzten Viertelstunde des Krieges.“[53]

Aus diesem Aufruf, der vom Redakteur des „Schwarzwälder Tagblatt“ verfasst ist, wird deutlich, dass sie Redaktion dem sozialdemokratischen Wandel ablehnend gegenüber steht. Der Grund wird im weiteren Verlauf des Kommentars deutlich:

Mit einem Deutschland, das im Inneren vom Feuer der Revolution angefressen ist, wird die Entente sicherlich nicht glimpflich umspringen. Sie wird nur dann einen Wilsonfrieden zulassen, wenn sie der Ueberzeugung ist, daß Deutschland zwar unter allen Umständen den Frieden will, aber doch noch eine Macht ist, mit der man sowohl politisch wie wirtschaftlich zu rechnen hat.“[54]

Entgegen all dieser anti-sozialdemokratischen Bestrebungen wird am 9. November in Berlin die Republik ausgerufen, was auf Grund der Tatsache, dass montags keine Zeitung erscheint, erst am 12. November 1918 in Schramberg abgedruckt wird. Am selben Abend um 18 Uhr wird auch in Schramberg die Republik ausgerufen:

Ausrufung der Republik

Gemäß dem Berliner Vorbild wird die Republik auch in Schramberg der Bevölkerung von einem aus einem Fenster aus sprechenden Sozialdemokraten verkündet. Der Ausrufung folgt ein langer Vortrag über Ursache, Anlass und Verlauf des Krieges. Zum Abschluss kündigt Schlachter, ein Schramberger Sozialdemokrat, die Bildung eines Arbeiter- und Soldatenrates an. Noch am selben Abend tritt ebenfalls der Gemeinderat und Bürgerausschuss zusammen, deren außerordentliche Sitzung durch die in den letzten Tagen vollzogenen politischen Umwälzungen veranlasst sei[55].

Dennoch wird in dieser Sitzung nicht die neue politische Ordnung und dessen Umsetzung in Schramberg thematisiert. Der Anlass der Sitzung ist vielmehr die Unterbringung der auf Grund der Demobilmachung durch Schramberg ziehenden Soldaten. Aus diesem Grund wird die sogenannte „Städtische Quartierkommission“ gebildet, die für die Versorgung und die Unterbringung der heimziehenden Kriegsteilnehmer zuständig ist. Neben der Unterbringung in Massenquartiere wird ebenfalls beschlossen, die Soldaten teilweise privat bei Familien unterzubringen. Weitere Themen werden in dieser Sitzung nicht angesprochen. Bereits in der nächsten Ausgabe des „Schwarzwälder Tagblatt“ vom 14. November 1918 nimmt die Kommission ihre Arbeit durch eine Annonce auf. Die ersten Soldaten ziehen am Morgen des 15. Novembers 1918 durch Schramberg, am Abend erreicht Schramberg eine österreichische Gebirgstruppe, die über Nacht einquartiert wird.

Am 18. November tritt die Schramberger Bevölkerung zur Bildung des Arbeiter – und Soldatenrates zusammen, dessen Wahl erfolgreich durchgeführt werden kann. Mit der Gründung des Arbeiter- und Soldatenrates ist auch die grundlegendste Änderung der politischen Ordnung Schrambergs vollzogen. Wie aus den Ausführungen hervorgeht, wirkt sich die Revolution in Schramberg mit drei Tagen Verspätung aus und wird, wie aus den vorliegenden Dokumenten ersichtlich, gemäßigt und friedlich aufgenommen und die Vorgaben umgesetzt.

Volkszählung 1919

Am 8. Oktober 1919, also etwa elf Monate nach Kriegsende, fand erneut eine Volkszählung statt[56]. Dazu werden an alle Haushalte sogenannte „Haushaltungslisten“ verteilt, in die vom Haushalsvorstand eingetragen werden soll, wie viele männliche und weibliche Personen dauerhaft anwesend, wie viele vorübergehend an- und wie viele vorübergehend abwesend seien. Die Haushaltungslisten wurden anschließend wieder eingesammelt und in den Ortslisten zusammengefasst.

Aus ihnen resultiert folgendes: Zum Zeitpunkt der Zählung am 8. Oktober 1919 waren in Schramberg 11.158 Personen dauerhaft anwesend, 195 Personen waren am Zähltag nicht in der Stadt und 243 Personen nur vorübergehend, also zu Besuch oder auf der Durchreise. Somit ergibt sich eine Gesamtbevölkerung von 11.110 Personen. Im Vergleich mit den Angaben der Volkszählung des Jahres 1910 fällt auf, dass die Gesamtbevölkerung von 11.526 im Jahr 1910 auf 11.110 Personen im Jahr 1919 gesunken ist, also eine Differenz von 416 Personen. Zum Zeitpunkt der Zählung werden noch zwei männliche Personen als Kriegsgefangene in der Ortsliste in der Rubrik „vorübergehend abwesend“ aufgeführt. Des Weiteren geht aus der Volkszählung hervor, dass im Jahr 1919 5305 männliche und 5805 weibliche Personen in Schramberg leben, was einem Prozentsatz von 48% zu 52 % entspricht. Welche Bedeutung diese Zahlen haben wird ersichtlich, wenn diese im direkten Vergleich den Werten des Jahres 1910 gegenüber gestellt werden:

Bevölkerung1919.jpg

Wie aus dem Schaubild ersichtlich wird, ist die Differenz zwischen männlichem und weiblichem Bevölkerungsanteil im Jahr 1910 mit 266 Personen deutlich geringer als die des Jahres 1919, in dem der Unterschied zwischen den Geschlechtern 500 Personen beträgt.

Einzelnachweise

  1. Volkszählung am 01. Dez. 1910 in Schramberg. Einsehbar im Stadtarchiv Schramberg, Archivaliennr. 432.
  2. Hin und her. In: Schwarzwälder Tagblatt (1914), Nr. 173 vom Donnerstag, 30. Juli 1914.
  3. Eintrag vom 04. August 1914. In: Pfarrchronik Kath. Pfarrei Schramberg Nov 1897 – Juli 1953, Archivaliennr. Dek 1 Kath. D 7.
  4. Mobilmachung. In: Schwarzwälder Tagblatt (1914), Nr. 177 vom Dienstag, den 04. August 1914.
  5. „Jeder Zünder mehr kostet den Feind Soldaten“. In: Schwäbische Zeitung (1998), Nr. 258 von Samstag, den 07. November 1998.
  6. Wert entnommen aus: Die Kriegsfreiwillen strömen in Massen herbei. In: Schwarzwälder Tagblatt (1914), Nr. 180 von Freitag, 07. August 1914.
  7. Vgl.: Vom Rathaus. In: Schwarzwälder Tagblatt (1914), Nr. 181 von Samstag, 08. August 1914.
  8. Vgl.: Zur Beruhigung. In: Schwarzwälder Tagblatt (1914), Nr. 177 von Dienstag, 04. August 1914.
  9. Gemeinderatsprotokoll der Jahre 1913 – 1915. Gebunden einsehbar im Stadtarchiv Schramberg, Bd. 41.
  10. Mehlpreise. In: Schwarzwälder Tagblatt (1914), Nr. 183 von Dienstag, 11. August 1914.
  11. Vom Lande. In: Schwarzwälder Tagblatt (1914), Nr. 183 von Dienstag, 15. August 1914.
  12. Eier für den Feind! In: Schwarzwälder Tagblatt (1914), Nr. 187 von Samstag, 15. August 1914.
  13. Eintrag vom 07. August 1914 aus: Pfarrchronik Kath. Pfarrei Schramberg Nov 1897 – Juli 1953, Archivaliennr. Dek 1 Kath. D 7.
  14. Schwarzwälder Tagblatt (1914), Nr. 182 von Sonntag, 09. August 1914.
  15. Bekanntmachung. In: Schwarzwälder Tagblatt (1914), Nr. 205 von Sonntag, 06. September.
  16. Vom Autor erstellte Tabelle mit Angaben aus nach Angaben aus: Fürsorge für die Hinterbliebenen im Felde Gefallener. In: Schwarzwälder Tagblatt (1914), Nr. 203 von Freitag, 04. September 1914.
  17. siehe dazu: Werbeannonce „J. Reichenbach“. In: Schwarzwälder Tagblatt (1914), Nr. 297 von Samstag, 24. Dezember 1914.
  18. Stimmen aus dem Publikum. In: Schwarzwälder Tagblatt (1914), Nr. 296 von Mittwoch, 23. Dezember 1914.
  19. Siehe dazu: Zur Brotpreiserhöhung. In: Schwarzwälder Tagblatt (1915), Nr. 24 von Samstag, 30. Januar 1915.
  20. Schwarzwälder Tagblatt (1915), Nr. 59 von Freitag, den 12. März 1915.
  21. Vom Autor erstellte Tabelle nach Angaben aus „Handel und Verkehr“ in Schwarzwälder Tagblatt (1914), Nr. 130 von Sonntag 07. Juni 1914 und Schwarzwälder Tagblatt (1915), Nr. 129 von Dienstag, den 08. Juni 1915.
  22. Annonce „Städt. Kartoffelabgabe“. In: Schwarzwälder Tagblatt (1915), Nr. 131 von Donnerstag, 10. Juni 1915.
  23. Schwarzwälder Tagblatt (1915), Nr. 260, Nr. 260 von Mittwoch, 10. November 1915.
  24. Seid sparsamer! In: Schwarzwälder Tagblatt (1916), Nr. 10 von Freitag, 14. Januar 1916.
  25. ekanntmachungen. In: Schwarzwälder Tagblatt (1916), Nr. 53 von Samstag, 04. März 1916.
  26. Regelung des Butterverbrauchs. In: Schwarzwälder Tagblatt (1916), Nr. 53 von Samstag, 04. März 1916.
  27. Siehe dazu: Fleischkarten in Württemberg. In: Schwarzwälder Tagblatt (1916), Nr. 84 von Sonntag, 09. April 1916.
  28. vgl.: Stellt Milchziegen ein. In: Schwarzwälder Tagblatt (1916), Nr. 86 von Mittwoch, den 12. April 1916.
  29. Schwarzwälder Tagblatt (1916), Nr. 115 von Donnerstag, 18. Mai 1916.
  30. Schwarzwälder Tagblatt (1916), Nr. 164 von Mittwoch, 19. Juli 1916.
  31. Kartoffel statt Kohlrübe. In: Schwarzwälder Tagblatt (1916), Nr. 267 von Samstag, 18. November 1916.
  32. Siehe dazu: Annonce der Städtischen Nahrungsmittelkommission. In: Schwarzwälder Tagblatt (1916), Nr. 284 von Samstag, 09. Dezember.
  33. Vor dem Gemeinderat und Bürgerausschuss. Auszug aus dem Gemeinderatsprotokoll vom 18. Januar 1917. Einsehbar im Stadtarchiv, Gemeinderatsprotokoll Bd. 42, S. 318 – 320. Schreibfehler vom Original übernommen, d. Verf.
  34. Siehe dazu: Schreiben des Nahrungsmittelamts. Einsehbar im Stadtarchiv Schramberg, Archivaliennr. 643.
  35. Vgl.: Kartoffelernte und Kartoffelpreis. In: Schwarzwälder Tagblatt (1917), Nr. 236 von Samstag, 13. Oktober 1917.
  36. Stimmen aus dem Publikum. In: Schwarzwälder Tagblatt (1918), Nr. 17 von Sonntag, den 20. Januar 1918.
  37. Vgl.: Der erste Verwundete. In: Schwarzwälder Tagblatt (1914), Nr. 187 von Samstag, 15. August 1914.
  38. Siehe dazu: Gefallenenlisten. Einsehbar im Stadtarchiv Schramberg, Archivaliennr. 212
  39. Den Heldentod. In: Schwarzwälder Tagblatt (1914), Nr. 193 von Sonntag, 23. August 1914.
  40. Eintrag vom 13. September 1914. In: Pfarrchronik Kath. Pfarrei Schramberg Nov 1897 – Juli 1953, Archivaliennr. Dek 1 Kath. D 7.
  41. Heldentod. In: Schwarzwälder Tagblatt (1915), Nr. 47 von Freitag, 26. Februar 1915.
  42. Vgl.: Heldentod. In: Schwarzwälder Tagblatt (1916), Nr. 179 von Samstag, 05. August 1916.
  43. Heldentod. In: Schwarzwälder Tagblatt (1917), Nr. 102 von Freitag, 4. Mai 1917.
  44. Schneider, Gerhard: „...nicht umsonst gefallen"?. Kriegerdenkmäler und Kriegstotenkult in Hannover. Hannover 1991, S. 115.
  45. Ein Flottenfilm. In Schwarzwälder Tagblatt (1917), Nr. 218 von Samstag, 22. September 1917.
  46. Kriegsvortrag. In: Schwarzwälder Tagblatt (1917), Nr. 232 von Dienstag, 09. Oktober 1917.
  47. Siehe dazu: Briefe und die Antwortschreiben, einsehbar im Stadtarchiv Schramberg, Archivaliennr. 212.
  48. Siehe dazu: Erweiterung des Kriegergefallenen – Ehrenmals in Schramberg. Dokument einsehbar im Stadtarchiv Schramberg, Archivaliennr. 301.
  49. Moose, George L. : Gefallen für das Vaterland. Nationales Heldentum und namenloses Sterben. Stuttgart 1993, S. 110.
  50. Das deutsche Grabmal (Dezember 1925), o. O.. Zitiert nach: Moose (siehe vorherige Anmerkung) , S.111.
  51. Der Abendbericht. In: Schwarzwälder Tagblatt (1918), Nr. 260 von Samstag, 9. November 1918.
  52. Revolutionäres Treiben in Norddeutschland. In: Schwarzwälder Tagblatt (1918), Nr. 260 von Samstag, 09. November 1918.
  53. Die letzte Viertelstunde. In: Schwarzwälder Tagblatt (1918), Nr. 261 von Sonntag, den 10. November 1918.
  54. Die letzte Viertelstunde. In: Schwarzwälder Tagblatt (1918), Nr. 261 von Sonntag, den 10. November 1918.
  55. Vor dem Gemeinderat und Bürgerausschuss. Auszug aus dem Gemeinderatsprotokoll vom 12. November 1918. Einsehbar im Stadtarchiv, Gemeinderatsprotokoll Bd. 42, S. 949.
  56. Siehe dazu: Volkszählung am 08. Okt. 1919 in Schramberg. Einsehbar im Stadtarchiv Schramberg, Archivaliennr. 432.