Kunigunde Catharina Freifrau von Bissingen geb. Freiin von Nippenburg

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Kunigunde Catharina von Nippenburg (*ca. 1625, † 6. Juli 1689 Schramberg), die spätere Freifrau von Bissingen, war die Ahnherrin der Familie von Bissingen und Nippenburg.[1]

Lebenslauf

Kunigunde Catharina v. Nippenburg, Ahnherrin der Gräflichen Familie von Bissingen und Nippenburg, um 1645.

1648 heiratete die Erbtochter eines altwürttembergischen Adelsgeschlechts den Freiherrn Johann Friedrich von Bissingen (ca. 1601-1663), Oberleutnant der kaiserlichen und kurbayerischen Reichsarmee. Der Obrist war aufgrund seiner Verdienste im Dreißigjährigen Krieg erst 1647 in den Freiherrenstand erhoben worden und hatte die Herrschaft Schramberg, die seit 1583 zum Verbund der österreichischen Lande gehörte, pfandweise von Österreich übernommen. 1650 zog Kunigunde Catharina mit ihm „auf das Schloss auf dem Schramberg“, als Burg Hohenschramberg bekannt. Sie gebar elf Kinder.

Witwenherrschaft

Nach dem Tod ihres Mannes 1663 übernahm Kunigunde Catharina, als Witwe „Obristin“ genannt, tatkräftig die Verwaltung der Herrschaft und die Vormundschaft über ihre acht noch lebenden unmündigen Kinder, soweit es die eingeschränkte Rechtsfähigkeit als Frau zuließ.

Ihre Witwenherrschaft dauerte ein viertel Jahrhundert.

Durch geschickte Verwaltung ihrer Güter und kluge Heiratspolitik legte sie den Grundstein zum sozialen Aufstieg der Familie von Bissingen. Schon hundert Jahre später – 1746– gelang dadurch ihren Nachfahren bereits in der dritten Generation der Aufstieg vom Freiherren- in den Grafenstand. Bei der Standeserhöhung wurden auch Namen und Wappen der Ahnfrau übernommen. Der Familienname lautet seither Grafen von Bissingen und Nippenburg.

Im Heiratsvertrag hatte Kunigunde Catharina großen Wert auf Freiheit in Glaubens- und Erziehungsfragen gelegt. Sie war nicht katholischen Glaubens wie ihr Gatte, sondern eine Anhängerin des protestantischen Reformators Kaspar von Schwenckfeld (1489-1561), dem einer ihrer Vorfahren einst Zuflucht gewährt hatte. Als Andersgläubige konnte und wollte sie nicht in der katholischen Kirche oder auf dem zugehörigen Friedhof bestattet werden, sondern fand 1689 ihre letzte Ruhestätte in der damals baufälligen Falkensteiner Kapelle.

Quellen | Literatur

  • Archiv der Grafen von Bissingen und Nippenburg Hohenstein, bearbeitet von Jürgen König, Stuttgart 2005 (= Inventare der nichtstaatlichen Archive in Baden-Württemberg 32).
  • Gisela Roming, Witwenherrschaft der Obristin von Bissingen, Kunigunde Catharina von Nippenburg (ca. 1625-1689), in: D’Kräz 32. Beiträge zur Geschichte der Stadt und Raumschaft Schramberg 2012, S. 2-16.
  • Gisela Roming, Ins Bild gesetzt – Die Herrschaft Schramberg im Spiegel adeliger Porträts. Dokumentation zur Ausstellung im Stadtmuseum Schramberg im Schloss mit Porträts aus dem Hause Bissingen und Nippenburg. Hg. vom Stadtmuseum Schramberg in Verbindung mit dem Kreisarchiv Rottweil, Schramberg 2016 (= Schriften des Stadtmuseums Schramberg 28).

Einzelnachweise

  1. Alle Angaben sind entnommen aus: Gisela Roming, Ins Bild gesetzt – Die Herrschaft Schramberg im Spiegel adeliger Porträts… siehe Quellen | Literatur, S. 9-11, 16-25. Dort sind auch umfangreiche Quellenangaben zu finden.