M.A.N. Dieselmotor aus dem Jahr 1911 im Dieselmuseum

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Der imposante Dieselmotor mit der Typenbezeichnung A4V60 hat nur vier Zylinder: eine seltene Bauweise; nur acht Exemplare wurden gebaut und in alle Welt geliefert.

M.A.N. Dieselmotor von 1911.

Der M.A.N. Dieselmotor A4V60

A steht für die Bauserie, 4 für die Zylinderzahl, V für die vertikale Bauweise und 60 für die entsprechenden Zentimeter Kolbenhub.

Die über drei Meter hohen gusseisernen Zylindertürme stehen auf einer gemeinsamen Grundplatte und einem starken Betonfundament. Die vier mächtigen Zylinder trieben das riesige Schwungrad an.

Der Motor leistete 325 PS. Er wurde mit Teeröl betrieben. Einst diente er dazu, den Spitzenstrom der im Jahre 1875 von Paul Landenberger (1848-1939) gegründeten Hamburg-Amerikanischen Uhrenfabrik H.A.U. zu produzieren und war bis in die 1960er Jahre in Betrieb. Er dürfte der einzige Dieselmotor dieser Bauweise sein, der vollständig erhalten ist und obendrein noch an seinem ursprünglichen Ort steht.

„Der 1911 konstruierte Diesel der H.A.U. mit seinen niedrigen Zylindernummern ist wegen seines guten Erhaltungszustandes und der Vollständigkeit seiner Ausstattung einzigartig“ – so das Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im Jahr 1987.[1]

Dieselmuseum, Jugendstilbau von 1904/1911, Architekt: Philipp Jakob Manz (1861-1936).

Das Jugendstilgebäude

Architekt des Baus war Philipp Jakob Manz (1861-1936), einer der erfolgreichsten Industriearchitekten seiner Zeit.[2] Auch der Terrassenbau der Uhrenfabrik Junghans, der heute das Firmenmuseum und eine Schwarzwalduhrensammlung beherbergt, ist sein Werk.

Für die Renovierung des Jugendstilgebäudes, das 1904 als Umspannstation und Fotoatelier gebaut und 1911 für die Aufstellung des Dieselmotors erweitert worden war, sorgte von 1995 bis zur Fertigstellung 2002 der Förderverein in Kooperation mit dem Stadtmuseum und dem Bauamt der Stadt Schramberg, unterstützt vom Landesdenkmalamt. Die Vereinsmitglieder steckten mehr als 3.000 Arbeitsstunden in dieses Vorhaben.

Das Dieselmuseum

Dieses technische Kulturdenkmal ist einzigartig. Und längst ist daraus das Dieselmuseum im heutigen Gewerbepark H.A.U. geworden, das anlässlich der Heimattage Baden-Württemberg im Jahre 2000 erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Inzwischen kann das Dieselmuseum als Teil der Auto & Uhrenwelt Schramberg während der Öffnungszeiten des nahe gelegenen Ausstellungshauses ErfinderZeiten besichtigt werden.

Quellen und Literatur

  • Cajetan Schaub, Das Dieselmuseum und sein Förderverein, in: D’Kräz 25. Beiträge zur Geschichte der Stadt und Raumschaft Schramberg 2005, S. 195-196.
  • Hamburg-Amerikanische Uhrenfabrik in Schramberg, Begleitheft zur Ausstellung vom 16.3.-23.4.1989. Mit Beiträgen von Franz Fehrenbacher, Reinhold Krämer, Gisela Lixfeld, Schramberg 1989 (= Schriften des Stadtmuseums Schramberg 7).

Links

Einzelnachweise

  1. zitiert bei Cajetan Schaub, Das Dieselmuseum S. 195, siehe Quellen und Literatur.
  2. Kerstin Renz: Gebaute Industriekultur 1861–1936. Der Architekt Philipp Jakob Manz, Katalog zur Ausstellung vom 28.5.-8.10.2000, Schramberg 2000 (= Schriften des Stadtmuseums Schramberg 17).