Stadtmusik Schramberg

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Vereinslogo der Stadtmusik Schramberg

Die Stadtmusik Schramberg 1830 e.V. ist der Blasmusikverein der Schramberger Talstadt. Jährliche Veranstaltungen des Vereins sind das Fronleichnamskonzert, das Oktoberfest und das Weihnachtskonzert.

Vereinsleben

Stadtmusik nach dem Fronleichnamskonzert 2017 im Park der Zeiten

Insgesamt zählt die Stadtmusik Schramberg 80 aktive Musiker (Stand: Dezember 2018) im Hauptorchester, im Jugendblasorchester spielen 26 Musiker (Stand: Dezember 2018). Des Weiteren wird der Verein von 168 passiven Mitgliedern unterstützt. 26 Musiker sind zu Ehrenmitgliedern ernannt, das heißt dass sie nach Erreichen der Volljährigkeit mindestens 25 Jahre aktiv in der Stadtmusik Schramberg musiziert haben. Ergänzt wird der Verein um den Ehrendirigent Walter Böcherer und die Ehrenvorsitzende Tanja Witkowski. Präsident der Stadtmusik ist Herbert O. Zinell. Der Verein wird durch einen Ausschuss geführt, den die Orchestermitglieder selbst wählen. Der Vorsitzende ist Peter Flaig, stellvertrender Vorsitzender ist Matthias Krause.[1]

Das Orchester probt jeden Freitagabend von 19:30 - 22 Uhr in den Vereinsräumen in der H.A.U. unter der Leitung von Musikdirektor Meinrad Löffler. Ergänzt wird die wöchentliche Probezeit um Registerproben und ein Probenwochenende, was meistens Ende November stattfindet. Musikalische Höhepunkte sind das traditionelle Weihnachtskonzert am 25. Dezember, welches im Bärensaal stattfindet und hauptsächlich der symphonischen Blasmusik gewidmet ist. Das Fronleichnamskonzert, welches im Park der Zeiten stattfindet, hat hingegen unterhaltenden Charakter. Neben den beiden Konzerten spielt die Stadtmusik zahlreiche Frühschoppen in Schramberg oder der Umgegbung. Am letzten Septemberwochenende organisiert der Verein ein Oktoberfest auf dem Gelände der HAU. Darüber hinaus begleitet die Stadtmusik Schramberg die Narrenzunft Schramberg bei einem Narrentreffen und gestaltet die Schramberger Fasnet mit. Weitere Auftritte übernimmt das Blechbläserquintett, das Holzbläserquintett ist aktuell nicht besetzt.

Das Jugendblasorchester probt donnerstags von 18 - 20 Uhr unter der Leitung von Sabrina Michelfeit ebenfalls in den Vereinsräumen in der HAU. Um auch weiterhin spielfähig zu bleiben, hat sich der Verein zum 1. Januar 2019 dazu entschieden, im Jugendbereich eine Kooperation mit den Jugendorchestern aus Lauterbach und Sulzbach einzugehen. Jedes Jugendorchester probt wöchentlich einzeln, vor gemeinsamen Auftritten treffen sich die Jugendlichen zu gemeinsamen Proben. Die Leitung des gemeinsamen Jugendorchesters liegt ebenfalls in den Händen von Sabrina Michelfeit. Den ersten gemeinsamen Auftritt hatte das neu gegründete Orchester am 13. April 2018 im Gemeindehaus Lauterbach unter dem Titel "Youthnited".

Geschichte

Die Anfänge der Stadtmusik sind nicht klar auszumachen, jedoch ist bekannt, dass sich 1830 einige Blasmusiker um den ersten Dirigenten Severin Haas zusammenfanden, was somit vor der Verleihung des Stadtrechtes im Jahr 1867 war. Unter Johann Babtist Braun begann die Mitwirkung an der Fronleichnamsprozession, welche bis heute andauert. Unter seiner Leitung beteiligte sich die Kapelle am Marsch auf Stuttgart im Rahmen der Revolution im Jahre 1848, woraufhin jedoch alle bürgerlichen Vereine in Schramberg aufgelöst wurden.

Unter dem Namen Harmoniemusik übernahm Josef Junghans die Leitung. Nach einer Phase der Zwischenlösungen nannte sich die Kapelle Feuerwehrmusikverein und übernahm erst im Jahre 1884 unter Fridolin Schinle den Namen Stadtmusik. Unter Schinle gelang es der Stadtmusik 1905 den Ib-Preis des Musikfestes in Basel zu erlangen. Dieser übergab nach 28 Jahren 1906 den Dirigierstab an Ernst Jakubaschk, welcher, später zum Musikdirektor ernannt, den Verein zu zahlreichen Erfolgen führte. Im Zweiten Weltkrieg schrumpfte die Kapelle auf 15 Mitglieder im Jahr 1942 zusammen, wobei sogar Dirigent Bruno Viernickel eingezogen wurde. 1945 übernahm noch einmal Jakubaschk. Den Wiederaufbau des Orchesters nach dem Krieg übernahm damals das älteste Mitglied Otto Reiter.

1954 übernahm Helmut Junghans die Schirmherrschaft über den Verein und konnte 1957 Bürgermeisters Konstantin Hank als Vereinsvorstand gewinnen. Diese Konstellation führte zur Förderung durch zahlreiche Gönner aus der ansässigen Industrie. In diese Zeit fiel jedoch auch eine lähmende Rivalität zwischen Blas- und Streichorchester. Unter Otto Nitze wurde auf betreiben des damaligen Jugendleiters Hermann Kimmich das Jugendblasorchester im Jahr 1962 gegründet.

Am 27. März 1971 wurde die Sendung Treffpunkt im Dritten - heute in Schramberg unter Mitwirkung der Stadtmusik aus dem Bärensaal ausgestrahlt. 1974 wurde Musikdirektor Ernest Majo von Oberbürgermeister Roland Geitmann das Bundesverdienstkreuz am Band verliehen.

1980 richtete der sein 150-jähriges Jubiläum feiernde Verein das Kreismusikfest aus. Hierbei wurde ein Jugendkritikspiel organisiert.

Zum 1. Januar 1983 übernahm Walter Böcherer die städtische Stelle des Stadtmusikdirigenten. Er prägte den Verein bis zu seiner Verabschiedung im Jahre 2004 in bemerkenswerter Weise. Während seiner Amtszeit konnten die Stadtmusik und das Jugendblasorchester zahlreiche Erfolge bei nationalen und internationalen Wertungsspielen erspielen.

1990 feierte der Verein sein 160-jähriges Jubiläum mit einer Festwoche. Ein Höhepunkt dabei war das Festkonzert mit der befreundeten Koninklijke Harmonie St. Cecilia Mheer aus den Niederlanden. Bestandteil des Konzerts war auch die Eigenkomposition "Moment Musical" des in der Stadtmusik aktiven Klarinettisten Marco Echtle. Am 3. Oktober 1990 wurde die Festwoche durch ein Kirchenkonzert beendet.

1993 wurde die Stadtmusik durch den Südwestfunk bei einer Rundfunkaufnahme aufgenommen und im Programm des SWF1 ausgestrahlt. Außerdem lief der Verein in diesem Jahr bei einem Fußballspiel in das Gottlieb-Daimler-Stadion ein.

Im Rahmen des Weihnachtskonzertes 1998 wurde der Dirigent Walter Böcherer durch Oberbürgermeister Dr. Herbert O. Zinell zum Stadtmusikdirektor ernannt.

Im Jahr 2000 umrahmt die Stadtmusik die Heimattage musikalisch auf einer Bühne, die über der Schiltach aufgebaut wurde.

2004 wurde nach 22 Jahren am Taktstock des Vereins Stadtmusikdirektor Walter Böcherer bei einem Galakonzert im vollbesetzten Bärensaal verabschiedet. Er übergab sein Amt an den 26-jährigen Alexander Beer.

Mit dem neuen Dirigenten feierte der Verein im Jahre 2005 sein 175-jähriges Bestehen. Das Jubiläumsjahr war geprägt durch eine Bilderausstellung im Schloss, einem Galakonzert des Sinfonischen Jugendblasorchesters Baden-Württemberg sowie einem Konzert des Vereins unter dem Titel "gershwin in concert" im neuen Park der Zeiten. Das Jubiläumswochenende fand am ersten Juliwochenende des Jahres gemeinsam mit weiteren Vereinen und der Stadt Schramberg im und um den Park der Zeiten, statt. Im Herbst veranstaltete der Verein ein Jugendkonzert in der Aula des Gymnasiums bei dem das musikalische Märchen "Peter und der Wolf" aufgeführt wurde.

2012 feierte das Jugendblasorchester sein 50-jähriges Bestehen in einem Zirkuszelt auf dem Berneckparkplatz. Zu diesem Jubiläum wurde das Jugendblasorchester mit neuen Uniformen eingekleidet.

2017 umrahmte die Stadtmusik den Festakt zur Überreichung der vom Land Baden-Württemberg verliehenen Conradin-Kreutzer Tafel beim Landesmusikfestival in Horb am Neckar.

Preise und Wertungsspiele

  • 1905: Ib-Preis des Musikfestes in Basel
  • 1914: Ia-Preis für die beste Tagesleistung beim Musikfest des Schwarzwaldgauverbandes badischer und württembergischer Musikvereine
  • 1927: Ia-Preis und goldener Ehrenpokal für die beste Tagesleistung beim Bezirksmusikfest in Rottweil
  • 1927: Ia-Preis für die beste Tagesleistung beim Jubiläumsfest der Harmonie Karlsruhe
  • 1928: Ia-Preis und höchste Punktzahl des Verbandsmusikfestes des Süddeutschen Musikverbandes in Weißenburg (Franken) mit dem Primavista-Spiel (vom Blatt) der Tschaikowski-Ouvertüre 1812 unter 42 Kapellen aus Baden-Württemberg und Bayern
  • 1947: höchste Punktzahl unter 16 Kapellen in Schiltach
  • 1950: Prädikat Vorzüglich beim Landesmusikfest in Rottenburg
  • 1967: 118 Punkte auf der Kunststufe im I. Rang beim Kreismusikfest in Fluorn
  • 1972: Verleihung der Pro Musica Plakette für über über 100-jähriges instrumentales Musizieren und überdurchschnittliche Aktivität im Rahmen des Weihnachtskonzertes im Namen des Bundespräsidenten Gustav Heinemann durch Landrat Manfred Autenrieth
  • 1983: 118 Punkte und damit erster Rang mit Auszeichnung in der Oberstufe beim Wertungsspiel im Rahmen des Kreisverbandsmusikfestes in Waldmössingen
  • 1998: 96 von 100 Punkten in der Höchststufe beim Wertungsspiel in Neuhausen ob Eck
  • 2012: Prädikat mit hervorragendem Erfolg teilgenommen in der Höchststufe beim Kreisverbandsmusikfest in Winzeln
  • 2019: Prädikat mit hervorragendem Erfolg teilgenommen (96,3 Punkte) in der Höchststufe im Rahmen des Kreisverbandsmusikfestes in Frittlingen/Aldingen[2]

Dirigenten

  • 1830-1836: Severin Haas
  • 1836-1848: Johann Babptist Braun
  • 1850-1871: Josef Junghans
  • 1878-1906: Fridolin Schinle
  • 1906-1950: Ernst Jakubaschk
  • 1935-1945: Bruno Viernickel
  • 1951-1953: Paul Nagel
  • 1953-1961: Karl Kräutle
  • 1961-1965: Otto Nitze
  • 1967-1976: Ernest Majo
  • 1977-1980: Dieter Fahrner
  • 1980-1981: Ferenc Geiger
  • 1982 : Holger Kämmerer
  • 1982-2004: Walter Böcherer (Ehrendirigent)
  • 2004-2009: Alexander Beer
  • 2009-2010: Franco Hänle
  • seit 2010: Meinrad Löffler

Vorsitzende (nach 1946)

  • 1946-1955: Otto Reiter
  • 1955-1965: Fritz Finkbeiner
  • 1965-1974: Rudi King
  • 1974-1976: Hans Rapp
  • 1976-1977: Peter Kuon
  • 1977-1980: Rudi King
  • 1980-1985: Rainer Rapp
  • 1985-1989: Werner Hampel
  • 1989-1994: Peter Grüner
  • 1994-2001: Marc Bornschein
  • 2001-2003: Martin Ragg
  • 2003-2015: Tanja Witkowski (Ehrenvorsitzende)
  • seit 2015 : Peter Flaig

Präsidenten


Quellen

  • Festschrift des Vereins zum 125-jährigen Jubiläum (1955)
  • Festschrift des Vereins zum 9. Bezirksmusikfest des Bezirks Schwarzwald-Süd im Deutschen Volksmusikerbund (4.-9. Juni 1971) in Schramberg
  • Festschrift des Vereins zum 150-jährigen Jubiläum (1980)
  • Festschrift des Vereins zum 175-jährigen Jubiläum (2005)
  • Festschrift des Vereins zum 40-jährigen Jubiläum des Jugendblasorchesters im Jahre (2002)

Einzelnachweise

  1. Artikel des Schwarzwälder-Boten über die Hauptversammlung des Vereins am 7. April 2019 (letzter Aufruf: 10. Juli 2019)
  2. Artikel aus NRWZ (3. Juli 2019) und Schwarzwälder Bote (4. Juli 2019) (letzter Aufruf: 10. Juli 2019)

Weblinks